Wollte sich Reeva Steenkamp von Pistorius trennen?

June Steenkamp, die Mutter der toten Reeva, wirft in einem Buch neue Fragen auf.

Die Mutter glaubt, dass Pistorius Reeva töten wollte. Foto: Getty

Die Mutter glaubt, dass Pistorius Reeva töten wollte. Foto: Getty

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Tage nach dem Prozess gegen den südafrikanischen beinamputierten Olympioniken Oscar Pistorius wartet die Mutter der erschossenen Reeva Steenkamp mit aufsehenerregenden Enthüllungen auf. Ihre 29-jährige Tochter habe mit Pistorius niemals geschlafen, behauptet June Steenkamp sowohl in ihrer in wenigen Tagen im Buchhandel erscheinenden Biografie «Reeva: a Mother’s Story» sowie in mehreren Presseinterviews: Reeva habe ihr anvertraut, dass sie davor «zurückschreckte», die Beziehung zu Oscar auf diese Weise zu intensivieren. Pistorius war mit Reeva rund drei Monate zusammen gewesen, bevor er das Model – ihm zufolge versehentlich – in der Nacht zum 14. Februar 2014 mit vier Pistolenschüssen in seiner Toilette tötete.

Anders als Richterin Thokozile Masipa geht die 68-jährige June Steenkamp nach wie vor davon aus, dass Pistorius ihre Tochter nach einem Streit absichtlich ums Leben brachte. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie ihn in dieser Nacht verlassen wollte», schreibt Steenkamp in ihrem Buch. Deshalb habe die Überwachungskamera am Tor zu Pistorius’ Wohnkomplex in Pretoria eine derartig schlecht gelaunte Reeva gezeigt und seien deren Koffer in Oscars Schlafzimmer gepackt gewesen. Auch dass Reeva mit zwei Mobiltelefonen auf die Toilette ging, deute darauf hin, dass das Paar gestritten habe. Warum die Mutter der Getöteten während des Prozesses nicht als Zeugin aussagte, erklärt Steenkamp weder in ihrem Buch noch in den Presseinterviews. Nach der Bekanntgabe des Strafmasses letzte Woche hatte Steenkamp ihre Befriedigung darüber ausgedrückt, dass Pistorius zu ­einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt wurde: «Wir wollen keine Rache. Wir sind glücklich darüber, dass er für das, was er tat, bestraft wurde.»

Heftige Debatten

Das Urteil Masipas, die den gefallenen Sprintstar nur des Totschlags und nicht des Mordes für schuldig befand, hatte in Südafrika heftige Debatten ausgelöst. Die südafrikanische Wochenzeitung «Sunday Times» berichtete, dass die Staatsanwaltschaft noch in dieser Woche darüber entscheiden werde, ob sie Berufung gegen das Urteil einlegt.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.10.2014, 21:18 Uhr

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