Zwei Männer mit nicht zugelassenem Gift hingerichtet

In den USA wurden zwei zum Tode verurteilte Mörder durch die Giftspritze exekutiert. Sie kämpften bis zum Schluss gegen den Einsatz eines unbewilligten Betäubungsmittels – aus Angst vor grossen Schmerzen.

Wehrten sich gegen die Exekution: Michael Yowell (links) und Edward Schad. (Archivbild)

Wehrten sich gegen die Exekution: Michael Yowell (links) und Edward Schad. (Archivbild) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In den USA sind am Mittwoch zwei Männer mit einem nicht amtlich zugelassenen Betäubungsmittel hingerichtet worden. Der 43 Jahre alte Michael Yowell wurde im Bundesstaat Texas am Abend mit einer Giftspritze hingerichtet, nachdem sein Einspruch gegen die Verwendung des Mittels beim Obersten Gericht zurückgewiesen worden war, wie die Strafvollzugsbehörde mitteilte.

Am Morgen war bereits der 71 Jahre alte Edward Schad im Bundesstaat Arizona mit demselben Betäubungsmittel hingerichtet worden. Auch er hatte gegen die Verwendung des Mittels geklagt.

Gericht lehnte Aufschub ab

Yowell war im Alter von 28 Jahren für die Ermordung seiner Eltern zum Tode verurteilt worden. Yowell hat Ermittlern zufolge 1998 seinen Vater erschossen, als dieser ihn dabei erwischte, wie er versuchte, dessen Brieftasche zu stehlen. Seine Mutter habe er erwürgt und dann vor seiner Flucht den Gashahn aufgedreht. An den Folgen der Explosion starb später seine 89-jährige Grossmutter. Yowell sei damals drogenabhängig gewesen und habe täglich 200 Dollar für seine Sucht gebraucht, hiess es.

Schad seinerseits war schuldig befunden worden, 1978 einen 74-jährigen Autofahrer ermordet und ihm sein Auto gestohlen zu haben.

Beide hatten gegen die Verwendung des neuen Mittels geklagt, da es nicht zugelassen sei und möglicherweise grosse Schmerzen verursache. Yowell war bis vor das Oberste Gericht gezogen. Seine Hinrichtung am Mittwoch wurde bis zur Antwort des Gerichts um eine Stunde aufgeschoben.

Dänische Firma verweigert Lieferung

Hintergrund ist, dass seit Ende September in Texas und anderen Staaten das Betäubungsmittel Pentobarbital ausgegangen ist, da sich die dänische Herstellerfirma weigert, das normalerweise zum Einschläfern von Tieren verwendete Mittel weiter für Hinrichtungen zu liefern.

Die Behörden wandten sich daher an alternative Hersteller, deren Produkte allerdings auf Bundesebene bisher nicht offiziell für Hinrichtungen zugelassen sind. Mit der Exekution von Yowell wurden dieses Jahr insgesamt 30 Menschen in den USA hingerichtet. (chk/AFP/AP)

Erstellt: 10.10.2013, 06:01 Uhr

Artikel zum Thema

Apéro-Häppchen statt Giftspritze

Die Justizministerin von Florida verschob die Hinrichtung eines Doppelmörders, damit sie einen Wahlkampftermin wahrnehmen konnte. Die Vollstreckung des Todesurteils soll nun am 1. Oktober stattfinden. Mehr...

Hinrichtung von geistig Behindertem gestoppt

Die Vollstreckung des Todesurteils gegen Warren Hill wurde in letzter Minute von einem US-Berufungsgericht in Georgia ausgesetzt. Der 52-jährige Afroamerikaner soll laut Experten geistig behindert sein. Mehr...

Keine Venen, keine Todesstrafe?

Wegen seines Übergewichts will in den USA ein zum Tode verurteilter Mörder gerichtlich den Stopp seiner für Januar geplanten Hinrichtung erreichen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Mamablog Mein Problem mit Gratis-Kitas

Tingler Nach der Show ist vor der Show

Abo

Abo Digital Light - 18 CHF im Monat

Unbeschränkter Zugang auf alle Inhalte und Services (ohne ePaper). Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Glück gehabt: Am Flughafen von Kuala Lumpur wurden 32 kleine Boxen beschlagnahmt, in denen zwei Männer 5225 Rotwangen-Schmuckschildkröten schmuggeln wollten. (26. Juni 2019)
(Bild: Fazry Ismail) Mehr...