Zwölf Bootsflüchtlinge vor Alexandria ertrunken

Schon wieder ist ein Boot mit Flüchtlingen im Meer gekentert. Nach Lampedusa ist der Zustrom unvermindert hoch. 500 Migranten kamen innerhalb weniger Stunden an.

Sie wollten ein besseres Leben: Gräber von unbekannten Menschen, die vor Lampedusa ertranken. (7. Oktober 2013)

Sie wollten ein besseres Leben: Gräber von unbekannten Menschen, die vor Lampedusa ertranken. (7. Oktober 2013) Bild: AFP

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Ungeachtet der Schiffstragödie vor Lampedusa dauert der massive Zustrom von Flüchtlingen nach Italien an. Innerhalb weniger Stunden kamen Handelsschiffe fünf Flüchtlingsbooten mit zusammen mehr als 500 Migranten an Bord zu Hilfe.

Die italienische Küstenwache koordinierte die Rettungsaktionen. Die Flüchtlinge wurden in sizilianische Hafenstädte gebracht, so nach Trapani und Porto Empedocle, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Zunächst hatten zwei Schlauchboote mit jeweils mehr als 100 Afrikanern an Bord noch aus libyschen Gewässern mit Satellitentelefonen Alarm geschlagen und dann Hilfe erhalten. Weitere 118 Migranten brachte ein Handelsschiff nach Sizilien. An der Rettung der übrigen Migranten beteiligten sich die italienische Marine und ein Schlepper. Sie wurden in das ostsizilianische Syrakus gebracht.

Die Zahl der geborgenen Opfer der Schiffstragödie vor Lampedusa in der vergangenen Woche ist am Freitag auf 319 gestiegen. Im Schiff seien keine Leichen mehr. Die Suche gehe ausserhalb weiter, teilte die Küstenwache mit. Die Bilanz ist damit noch immer nicht endgültig. 155 Flüchtlinge waren nach dem Schiffbruch gerettet worden, insgesamt 545 waren nach den Angaben von Überlebenden an Bord des Bootes gewesen.

Tote vor Ägypten

Auch heute kamen wieder Flüchtlinge um. Beim Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der Küste Ägyptens starben nach Angaben staatlicher Medien mindestens zwölf Menschen. Wie die Webseite der Zeitung «Al-Ahram» berichtete, sank das Boot in der Nähe der Hafenstadt Alexandria.

Das Schiff sei auf dem Weg nach Europa gewesen. Die Küstenwache habe 116 Menschen retten können. Nach Überlebenden werde weiter gesucht. Insgesamt waren den Angaben nach rund 150 Menschen auf dem Boot - überwiegend Palästinenser und Syrer.

Derzeit leben mehr als 100'000 Syrer in Ägypten, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland geflohen waren. Einige von ihnen versuchten bereits, auf überfüllten Booten nach Europa zu gelangen.

UNHCR: Problem an Wurzel bekämpfen

Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) in Genf erklärte, Flüchtlingsdramen wie jenes in Lampedusa würden sich wiederholen, wenn nicht eine international abgestimmte, globale Strategie erarbeitet werde.

Man begrüsse die von der EU angekündigten Massnahmen für eine grössere Sicherheit auf dem Meer und eine bessere Überwachung der Boote, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards. «Aber es braucht auch alle verfügbaren Mittel, um gegen die Ursachen des Exodus' in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zu kämpfen. Man muss das Problem an der Wurzel bekämpfen.» (kle/sda)

Erstellt: 11.10.2013, 17:47 Uhr

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