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Zehn Menschen sterben bei Lawinen in den Alpen

In den letzten drei Tagen kam es zu mehreren tödlichen Skiunfällen durch Lawinen. Auch Schweizer kamen ums Leben.

Skifahrer waren abseits der Piste unterwegs: Rettungskräfte beim Einsatz im Aostatal. (4. Februar 2019)
Skifahrer waren abseits der Piste unterwegs: Rettungskräfte beim Einsatz im Aostatal. (4. Februar 2019)
CNSAS, AFP

Bei mehreren Lawinenabgängen sind in Norditalien neun Menschen ums Leben gekommen. Alle seien am Sonntag abseits der Piste unterwegs gewesen, erklärte die Bergrettung am Montag auf Twitter. Einen weiteren Toten gab es am Meniggrat bei Zwischenflüh im Kanton Bern.

Sechs Menschen seien im Aostatal gestorben, ein 18-Jähriger in Südtirol in der Provinz Bozen. Ein weiteres Todesopfer gab es in der Lombardei.

Bei Courmayeur im italienischen Aostatal ist am Montag ein viertes Opfer geborgen worden. Dabei handelt es sich um einen 38-jährigen Polen, der in der französischen Bergortschaft Chamonix bei Genf lebte. Am Montagvormittag waren bereits drei weitere Vermisste tot aufgefunden und geborgen worden.

Gemäss Informationen der Nachrichtenagentur Ansa handelt es sich dabei um eine 39-jährige Frau aus Neuseeland und um einen 43-jährigen Schweizer, die in Grossbritannien lebten, sowie um einen 36-jährigen Franzosen. Wegen der noch immer hohen Lawinengefahr gestalteten sich die Such- und Bergungsarbeiten schwierig.

Auch in Teilen Südtirols wurde weiter vor Lawinen gewarnt. «Schon einzelne Tourengeher oder Freerider können sehr leicht Lawinen auslösen, auch grosse», hiess es in der Lawinenvorhersage am Montag. Der Neuschnee der vergangenen Tage liege auf einer «ungünstigen Altschneeoberfläche», die viele Schwachstellen aufweise.

Tote in den Kantonen Bern und Freiburg

Im Kanton Bern wurden ein Mann und eine Frau von einer Lawine am Meniggrat bei Zwischenflüh verschüttet. Die Frau konnte geborgen und ins Spital gebracht werden, der Mann kam bei dem Unglück ums Leben.

Ein 59-jähriger Schneewanderer ist bei Haut-Intyamon FR von einer Lawine verschüttet und getötet worden. Das teilte die Kantonspolizei Freiburg am Montagabend mit. Nach ersten Untersuchungen war der Schneewanderer alleine unterwegs. Er hatte an einem Hang vermutlich die Lawine ausgelöst und wurde etwa 800 Meter weit mitgerissen.

Lawine in Kärnten

In Kärnten im Süden Österreichs wurden zwei Einheimische im Alter von 30 und 52 Jahren von Schneemassen verschüttet. Der jüngere überlebte unverletzt, der ältere starb. In Tirol konnten sich zehn vom Schnee verschüttete Skifahrer im Alter zwischen 17 und 59 Jahren selbst befreien.

Anderenorts richteten Lawinen schwere Sachschäden an. So wurden in der Region Salzburg 25 Wohnungen vom Schnee verschüttet. Am Wochenende war auf einem Teil der Brenner-Autobahn der Verkehr wegen einer Lawine stundenlang zum Erliegen gekommen. Auf der italienischen Seite der Brenner-Autobahn stauten sich daher Lastwagen und Autos auf einer Strecke von mehr als zwölf Kilometern.

Verkehrschaos am Brenner

Heftiger Schneefall hatte am Wochenende nicht nur das Lawinenrisiko verschärft, sondern auch Chaos auf den Strassen in den italienischen Alpen ausgelöst. Die Brennerautobahn musste zeitweise gesperrt werden.

Mehrere Motorradfahrer seien wegen des Schnees gestürzt, was wiederum die Fahrer von teils schlecht für die Wetterlage ausgestatteten Lastwagen zu «abrupten Manövern» gezwungen habe, erklärte der Zivilschutz Südtirol. Die Folge: Blockaden beider Fahrspuren und stundenlange Hängepartien für Autofahrer.

Um die 2000 Kräfte der Feuerwehr und Polizei sowie Sanitäter und freiwillige Helfer seien im Einsatz gewesen. An die Wartenden wurden in der Kälte Decken, Brote und warme Getränke verteilt, wie der Zivilschutz weiter mitteilte. Einige Reisende, die mit dem Auto unterwegs waren, wurden mit Bussen in Aufnahmezentren gebracht. Verschärft hatte die Situation am Samstag der Abgang einer Lawine, bei der aber niemand verletzt wurde.

Video: Wie verhält man sich bei einer Lawine?

Höchste Warnstufe in den Bergen: Wie reagieren, wenn man tatsächlich einer Lawine ins Auge sieht? (Video: Tamedia)

SDA/sep

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