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Alle zwei Monate eine Leiche in Kembs

Im Rechen des grenznahen Flusskraftwerkes von Kembs, 20 Kilometer flussabwärts von Basel, bleibt nicht nur Schwemmholz und Plastik hängen.

Officier de liaison: Verbindungsbeamter Christian Plüss wird zur Identifizierung der Toten zum Flusskraftwerk von Kembs gerufen.
Officier de liaison: Verbindungsbeamter Christian Plüss wird zur Identifizierung der Toten zum Flusskraftwerk von Kembs gerufen.
Mischa Hauswirth

Die Anrufe kommen meist am Montagmorgen, nachdem die Mitarbeiter des Wasserkraftwerkes in Kembs die Rechen von Schwemmholz und anderen Dingen gesäubert haben. Die Gitterstäbe verhindern, dass die vom Rhein mitgeschleppten Gegen­stände die Turbinen verstopfen, doch manchmal holt der Greifarm der Reinigungsmaschine nicht nur Äste, Plastik oder Fahrräder an die Oberfläche. Manchmal sind auch Tote mit dabei. Zuletzt war das am 10. September der Fall, als die Leiche eines vermissten deutschen Bootsführers gefunden wurde. Die Mitarbeiter des Wasserkraft­werkes verständigten die Gendarmerie française, die ihrerseits den Fund Christian Plüss, Verbindungsbeamter der Kantonspolizei Basel-Stadt in Frankreich, mitteilte. Nach dem Anruf der Gendarmerie fährt Plüss mit seinem ­silbernen Skoda Oktavia hinaus zum Aménagemenent hydroélectrique de Kembs – zur «barrage», wie sie die ­Elsässer schlicht nennen.

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