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Opfer des Amokfahrers sind vor allem Frauen

Die Polizei sieht ein gestörtes Verhältnis zum weiblichen Geschlecht als mögliches Motiv des Todesfahrers von Toronto.

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Ein Amokfahrer tötete in Toronto mit einem Lieferwagen zehn Menschen. (Video: Tamedia/Storyful/AP)

Das Motiv für die Todesfahrt von Toronto war möglicherweise ein gestörtes Verhältnis des Verdächtigen zu Frauen. Der mutmassliche Täter äusserte vor der Fahrt im sozialen Netzwerk Facebook entsprechenden Groll.

Es sei zutreffend, dass es sich bei den Opfern vor allem Frauen handle, sagte Polizeiermittler Graham Gibson auf einer Pressekonferenz am Dienstag. Deren Alter reiche von Mitte 20 bis etwa 80. Es gebe jedoch keine Beweise, dass der Fahrer nur auf Frauen zielte. Es sei zu früh, um zu sagen, ob der Täter absichtlich Frauen niedergefahren habe.

Der mutmassliche Todesfahrer von Toronto (2. von links) wird dem Richter vorgeführt. (24. April 2018)
Der mutmassliche Todesfahrer von Toronto (2. von links) wird dem Richter vorgeführt. (24. April 2018)
Alexandra Newbould/Canadian Press, Keystone
Vahe Minassian, der Vater des mutmasslichen Täters, verlässt das Gerichtsgebäude. (24. April 2018)
Vahe Minassian, der Vater des mutmasslichen Täters, verlässt das Gerichtsgebäude. (24. April 2018)
Chris Young/Canadian Press, Keystone
Ein weisser Lieferwagen ist in Toronto in eine Fussgängermenge gerast. (23. April 2018)
Ein weisser Lieferwagen ist in Toronto in eine Fussgängermenge gerast. (23. April 2018)
Warren Toda, Keystone
Dabei hat der Fahrer zehn Menschen getötet.
Dabei hat der Fahrer zehn Menschen getötet.
Twitter/TVA nouvelles
15 weitere Personen sind verletzt worden.
15 weitere Personen sind verletzt worden.
Aaron Vincent Elkaim/The Canadian Press
Der Fahrer ist laut Polizei gefasst worden. Auf dem Bild ist die Festnahme des mutmasslichen Täters zu sehen.
Der Fahrer ist laut Polizei gefasst worden. Auf dem Bild ist die Festnahme des mutmasslichen Täters zu sehen.
Twitter/FTV_Huazhang
Zu seinen Motiven sind zunächst keine Angaben gemacht worden.
Zu seinen Motiven sind zunächst keine Angaben gemacht worden.
Cole Burston/Getty
Laut Zeugen seien die Fussgänger durch die Luft geschleudert worden: Polizisten von Toronto sprechen mit einer Frau.
Laut Zeugen seien die Fussgänger durch die Luft geschleudert worden: Polizisten von Toronto sprechen mit einer Frau.
Nathan Denette, Keystone
Die Opfer sind noch auf der Strasse behandelt worden.
Die Opfer sind noch auf der Strasse behandelt worden.
Lars Hagberg, AFP
Beim Tatfahrzeug soll es sich laut Augenzeugen um einen Mietwagen handeln.
Beim Tatfahrzeug soll es sich laut Augenzeugen um einen Mietwagen handeln.
Aaron Vincent Elkaim, Keystone
Die Situation ist laut Torontos Bürgermeister mittlerweile unter Kontrolle.
Die Situation ist laut Torontos Bürgermeister mittlerweile unter Kontrolle.
Warren Toda, Keystone
Die Polizei sperrt den Tatort ab, auch der U-Bahn-Verkehr ist unterbrochen worden.
Die Polizei sperrt den Tatort ab, auch der U-Bahn-Verkehr ist unterbrochen worden.
Warren Toda, Keystone
Passanten zünden für die Opfer Kerzen an.
Passanten zünden für die Opfer Kerzen an.
Cole Burston/Getty Images, AFP
Andere tragen sich in eine Gedenkkarte ein.
Andere tragen sich in eine Gedenkkarte ein.
Cole Burston/Getty Images, AFP
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Auf seinem Facebook-Account würdigte der mutmassliche Täter und IT-Student Alek Minassian nach Angaben der Polizei den Studenten Elliot Rodger, der 2014 nahe der Universität von Santa Barbara in Kalifornien mit einer Schusswaffe und Messern sechs Menschen getötet und 13 verletzt hatte. Rodger hatte sich zuvor in Online-Postings über die Zurückweisung durch Frauen beklagt.

Posting wenige Minuten vor der Tat

Minassian bezeichnete in dem Posting nur wenige Minuten vor der Tat Rodger als «Obersten Gentleman». Weiter hiess es darin: «Die Incel-Rebellion hat bereits begonnen. Wir werden alle Chads und Stacys stürzen.»

Der 22-jährige Rodger hatte das Wort «Incel» – kurz für involuntarily celibate, zu Deutsch «unfreiwilliges Zölibat» – ebenfalls in seinen Online-Postings gegen Frauen verwendet. Die Namen «Chad» und «Stacy» werden in Internet-Foren abwertend für Männer und Frauen gebraucht, die ein ausgefülltes Sexleben haben.

Facebook sperrte laut eigenen Angaben den Account mittlerweile. Das US-Unternehmen arbeite in dem Fall eng mit den Behörden zusammen. Kanadische Medien verbreiteten einen Screenshot der Nachricht.

Als Einzelgänger beschrieben

Minassian hatte am Montag einen gemieteten Lieferwagen mit voller Geschwindigkeit aufs Trottoir einer belebten Strasse in Toronto gelenkt. Nach jüngsten Angaben wurden zehn Menschen getötet und 14 verletzt. Einige der Verletzten schweben in Lebensgefahr. Der Täter wurde festgenommen und inzwischen des zehnfachen Mordes beschuldigt.

Minassian lebte mit seinem Vater in einem Vorort von Toronto; das Haus wurde am Dienstag durchsucht. An seiner Berufsschule galt Minassian als Einzelgänger. Mitschüler beschrieben ihn als verschlossen, sein Verhalten sei oft seltsam gewesen. Minassians Mutter hatte einer Lokalzeitung 2009 gesagt, ihr Sohn leide an einer Form des Autismus.

(SDA)

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