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Amokläufer tötete wohl im Wahn

Der verstörende Amoklauf mit zwei Toten in Bayern geht laut einem Sachverständigen sehr wahrscheinlich auf eine gravierende psychische Erkrankung zurück.

Offenbar die Tat eines Verwirrten: Forensiker untersuchen in Leutershausen das Velo, mit dem eines der Opfer unterwegs war als es erschossen wurde. (10. Juli 2015)
Offenbar die Tat eines Verwirrten: Forensiker untersuchen in Leutershausen das Velo, mit dem eines der Opfer unterwegs war als es erschossen wurde. (10. Juli 2015)
Michael Probst, Keystone
Schwere Bluttat in Bayern: Blumen und eine Kerze erinnern in Tiefenthal-Leutershausen an die zwei Opfer des Amoklaufs. (11. Juli 2015)
Schwere Bluttat in Bayern: Blumen und eine Kerze erinnern in Tiefenthal-Leutershausen an die zwei Opfer des Amoklaufs. (11. Juli 2015)
Daniel Karmann, Keystone
Mitarbeiter einer Tankstelle überwältigten den Mann.
Mitarbeiter einer Tankstelle überwältigten den Mann.
Stefan Blank, Keystone
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Ein Experte äusserte nach einer vorläufigen Begutachtung den Verdacht, dass der Amokläufer von Leutershausen wohl unter einer «akuten Psychose mit einem bizarren Wahnsystem» leidet. Dies teilte die Staatsanwaltschaft im bayrischen Ansbach heute mit. «Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind dringende Gründe für die Annahme vorhanden, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten zur Tatzeit zumindest erheblich vermindert war.»

Der Mann soll am Freitag eine 82 Jahre alte Frau sowie einen 72 Jahre alten Radfahrer in Leutershausen «willkürlich, aber gezielt» erschossen haben. Ein Traktorfahrer kam mit dem Schrecken und ein paar Kratzern davon, als ihn ein Schuss verfehlte. Die Horrorfahrt des Täters endete erst im 30 Kilometer entfernten Bad Windsheim, als drei beherzte Tankstellen-Mitarbeiter den 47-Jährigen entwaffneten und überwältigten.

Noch kein endgültiges Gutachten

Schon auf der Fahrt im Polizeiwagen äusserte der Mann nach Aussagen der Ermittler derart wirres Zeug, dass die Beamten sofort einen Psychiater hinzuzogen. Dieser vermutet nun tatsächlich eine psychische Störung. Vor einer abschliessenden Diagnose sind aber noch weitere Untersuchungen nötig. Das endgültige Gutachten sei deshalb erst in zwei bis drei Monaten zu erwarten, hiess es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Der Ermittlungsrichter erliess inzwischen einen Unterbringungsbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in zwei Fällen, des versuchten Mordes in zwei Fällen sowie der Bedrohung und der Nötigung. Der 47-Jährige wurde ins Spital Ansbach gebracht.

Stelle als Krankenpfleger verloren

Er hatte beim Ermittlungsrichter angegeben, Gesundheits- und Krankenpfleger zu sein und vor wenigen Monaten seine Stelle verloren zu haben. Zu dem Amoklauf, besonders auch zu seinem Motiv, äusserte er sich den Angaben zufolge hingegen nicht.

Bekannt ist indes, dass der Mann seine Pistole und seinen Revolver legal besass, diese aber nur in einem Schützenverein hätte benutzen und nicht ungesichert in der Öffentlichkeit mit sich führen dürfen. Zu den Schützenvereinen seiner Heimatstadt gehört der mutmassliche Täter nach deren Angaben jedoch nicht.

SDA

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