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Amokschütze von Newtown war von Massenmorden fasziniert

300 Schuss Munition, 20 tote Kinder: Ein Jahr nach dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Schule in Newtown haben die US-Behörden den Ermittlungsbericht veröffentlicht. Er zeichnet den Ablauf des Grauens nach.

Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf liegt sein Motiv weiter im Dunkeln: Todesschütze Adam Lanza. (14. Dezember 2012)
Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf liegt sein Motiv weiter im Dunkeln: Todesschütze Adam Lanza. (14. Dezember 2012)
Anhang des Untersuchungsberichtes, Keystone
Hier erschoss Lanza zuerst seine Mutter: Wohnhaus in Newtown. (14. Dezember 2012)
Hier erschoss Lanza zuerst seine Mutter: Wohnhaus in Newtown. (14. Dezember 2012)
Anhang des Untersuchungsberichtes, Keystone
... und Waffenschrank in Lanzas Wohnhaus. (14. Dezember 2012)
... und Waffenschrank in Lanzas Wohnhaus. (14. Dezember 2012)
Anhang des Untersuchungsberichtes, Keystone
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Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown liegt das Motiv des Todesschützen Adam Lanza weiter im Dunkeln. Die Justizbehörden im US-Bundesstaat Connecticut veröffentlichten den Ermittlungsbericht zu dem Blutbad, bei dem Lanza 20 Kinder und sieben Erwachsene ermordet hatte.

Der 20-jährige Einzeltäter, der sich anschliessend das Leben nahm, habe aber unter psychischen Problemen gelitten und sei ein Waffenfanatiker gewesen. Lanza hatte am 14. Dezember 2012 zunächst seine Mutter im gemeinsamen Wohnhaus erschossen und fuhr dann zur Sandy-Hook-Grundschule. Dort ermordete er dem Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft zufolge 26 Menschen in weniger als elf Minuten.

«Die Beweise zeigen eindeutig, dass der Schütze sein Handeln geplant hat, darunter die Selbsttötung, aber es gibt keine klaren Anzeichen, warum er das getan hat und warum er die Sandy-Hook-Grundschule ins Visier genommen hat», heisst es.

Lanza brachte 300 Schuss mit

Der Bericht zeichnet den Ablauf des Grauens in dem Schulgebäude nach: Mit einem halb automatischen Gewehr vom Typ AR-15 Bushmaster tötete Lanza zunächst die Direktorin und die Schulpsychologin. Zwei weitere Angestellte wurden auf dem Flur durch Schüsse verletzt.

Dann feuerte Lanza in zwei Klassenzimmern um sich. Dabei ermordete er vier Lehrkräfte und 20 Erstklässler. Die Polizei war den Angaben zufolge weniger als vier Minuten nach dem Notruf am Tatort. Eine Minute später erschoss sich Lanza mit einer Pistole vom Typ Glock 20.

Die Untersuchung kam zum Schluss, dass der junge Mann mehr als 300 Schuss Munition mit sich getragen habe. Die Waffen habe Lanzas Mutter legal erworben, heisst es in der Untersuchung. Anhand von Daten eines Navigationsgeräts stellten die Ermittler fest, dass der Schütze in der Zeit vor dem Massaker verschiedene Schulen in Newtown abfuhr.

Von Massenmorden fasziniert

Lanza habe «gravierende» psychische Probleme gehabt und sei von Massenmorden fasziniert gewesen – darunter der Amoklauf im Jahr 1999 an der Columbine High School im Bundesstaat Colorado mit 13 Toten. Die Ermittler hätten bei Lanza eine Tabelle gefunden, in der dieser Massaker der vergangenen Jahre aufgeführt habe. Auf Fotos deutete der 20-Jährige mit einer Pistole Selbstmord an.

Der Schütze soll den Angaben zufolge Geburtstage, Weihnachten und Feiertage gehasst haben. In den Monaten vor der Tat zog er sich in sein Zimmer zurück und klebte die Fenster mit schwarzen Mülltüten zu. Mit seiner Mutter habe er nur noch per E-Mail kommuniziert – obwohl beide unter einem Dach lebten.

Das Massaker von Newtown befeuerte die Debatte um schärfere Waffengesetze in den USA. Präsident Barack Obama kündigte ein Reformpaket an und unterzeichnete mehr als 20 Dekrete mit Sofortmassnahmen gegen die Waffengewalt. Der Grossteil der Reform, darunter eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern und ein Verbot von halb automatischen Gewehren, scheiterte aber im April im Senat.

Widerstand leisteten vor allem die Republikaner, die traditionell der mächtigen Waffenlobby NRA nahestehen. Aber auch mehrere Senatoren von Obamas Demokraten aus ländlich geprägten Bundesstaaten stellten sich gegen die Reform. Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verankert. In den Vereinigten Staaten gibt es geschätzte 300 Millionen Schusswaffen in Privatbesitz.

AFP/chk

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