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Anführer der Vergewaltiger trat in Reality-TV-Show auf

Der im indischen Vergewaltigungsprozess angeklagte Busfahrer trat schon im Fernsehen auf. Er und seine Mittäter sollen laut einem umfangreichen Bericht ihre Tat genau geplant haben – auch den Tod ihres Opfers.

Der Fahrer des Busses, in dem die Massenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in Delhi begangen wurde, hatte vor drei Jahren öffentlich um Hilfe in einem Rechtsstreit gebeten. Ram Singh trat in der Sendung «Dein Gericht» («Aap Ki Kachehri») auf, berichtet Reuters. Indiens bekannteste ehemalige Polizeioffizierin, Kiran Bedi, moderierte die beliebte Sendung, die in zivilen Rechtsstreitigkeiten schlichten wollte.

Busfahrer Singh forderte in der Sendung von einem Busbesitzer Schadenersatz für Verletzungen an seinen Händen, die er von einem Busunfall davongetragen hatte. Laut der damaligen Fernsehmoderatorin Bedi weigerte sich der Busbesitzer jedoch, etwas zu bezahlen. Stattdessen warf er Singh vor, «unbedacht, fahrlässig und betrunken» gefahren zu sein. «Nachdem ich alle Beweise gesehen hatte, kam ich zum Schluss, dass Singh im Unrecht war», sagt Bedi gegenüber Reuters.

Bericht: Vergewaltiger töteten vorsätzlich

Ein neu veröffentlichter Polizeibericht belastet die Männer schwer, denen die Massenvergewaltigung in der indischen Hauptstadt vorgeworfen wird. Demnach trafen sie sich am Abend des 16. Dezembers zum Essen in einem Slum im Süden Delhis.

Dabei sei der Plan besprochen worden, noch am selben Tag nach einer Frau Ausschau zu halten, um sich an ihr zu vergehen. Das Todesurteil für das Opfer, so heisst es in dem Bericht, sei zu dem Zeitpunkt bereits gefällt worden.

600-seitiger Bericht

Die Studentin war zwei Wochen nach der Tat den Verletzungen durch die mehrfache Vergewaltigung und Drangsalierung mit einer Eisenstange erlegen. Die Brutalität des Falles sorgte im In- und Ausland für Bestürzung.

In dem mehr als 600 Seiten starken Bericht sind Geständnisse, Zeugenaussagen und medizinische Berichte enthalten, die die Schuld der Angeklagten beweisen sollen. Nach der Tat habe der mutmassliche Anführer der Gruppe, der Fahrer des Busses, das Fahrzeug mit der Kleidung des Opfers reinigen wollen. Diese und weitere Beweisstücke habe er später verbrannt. In Unkenntnis der Ereignisse scharten sich dem Bericht zufolge Anwohner um das Feuer, um sich zu wärmen.

Es wird erwartet, dass die Angeklagten auf nicht schuldig plädieren. Den fünf Männern droht die Todesstrafe. Das Alter eines weiteren Beschuldigten ist unklar, er gibt sich als Jugendlicher aus. Ihm soll separat der Prozess gemacht werden.

SDA/rub

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