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Anschlag auf Volleyballturnier in Afghanistan

Kaum stimmt das Parlament in Kabul dem Verbleib von USA und Nato im Land zu, ereignet sich in der östlichen Provinz Paktika das bisher schwerste Attentat des Jahres.

Der Vorfall ereignete ereignete sich in der afghanischen Provinz Paktia. (Bild: Google Maps)
Der Vorfall ereignete ereignete sich in der afghanischen Provinz Paktia. (Bild: Google Maps)

Bei einem Selbstmordanschlag während eines Volleyballturniers sind im Osten Afghanistans mindestens 45 Menschen ums Leben gekommen. Rund 80 Menschen wurden bei diesem bisher schwersten Attentat seit Jahresbeginn in der Provinz Paktika nahe der Grenze zu Pakistan verletzt, darunter 20 Kinder, teilten Behördensprecher mit. Mochlis Afghan, der Sprecher der Provinzregierung Paktika, sagte, man rechne mit weiteren Todesopfern, da sich viele Verletzte in kritischem Zustand befänden.

Die Regierung in Kabul rief Afghan auf, dringend Hilfe zu leisten, um die Schwerverletzten bei Bedarf zur Behandlung nach Kabul ausfliegen zu können. Der Selbstmordattentäter hatte sich nach bisherigen Erkenntnissen unter die Zuschauermenge des gut besuchten Sportereignisses im Distrikt Jahjachail gemischt.

Verdacht fällt auf Taliban-Verbündete

Unklar blieb zunächst, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Er habe aber die Handschrift der Gruppe Hakkani getragen, die mit den radikalislamischen Taliban verbündet ist und oft junge Männer zu Selbstmordattentaten losschickt. Beide Gruppen erwägen, ihre Anschläge auf Ziele der Regierung in Kabul zu intensivieren. Schon in den vergangenen Monaten verstärkten die Taliban ihre Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte.

Volleyball ist ein populärer Sport in Afghanistan, unter den Zuschauern seien Menschen aller Altersklassen gewesen, hiess es. Bei dem Turnier spielten Erwachsenen-Teams verschiedener Distrikte gegeneinander. Möglicherweise sei das Ereignis wegen der Präsenz örtlicher Polizisten ein attraktives Ziel für einen Anschlag gewesen, hiess es. Paktika gehört zu den unruhigsten Regionen Afghanistans.

Druck auf Militär

Der Anschlag vom Sonntag dürfte die afghanischen Streitkräfte so kurz vor dem Abzug der Internationalen Schutztruppe Isaf Ende 2014 weiter unter Druck setzen. Von 2015 an sollen ausländische Soldaten nur noch als Berater und Ausbilder im Land bleiben, während Afghanistan selbst für die Sicherheit verantwortlich sein wird.

Just am Sonntag hatte das afghanische Parlament mit grosser Mehrheit Sicherheitsabkommen mit den USA und der Nato über dne Verbleib von Personal über 2014 hinaus abgesegnet. 152 Abgeordnete stimmten dafür, dass im kommenden Jahr 12000 ausländische Soldaten im Land bleiben, die die lokalen Kräfte als Berater und Ausbilder unterstützen. Fünf stimmten dagegen.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hatte die Vereinbarungen mit der Nato und den USA bereits unmittelbar nach seinem Amtsantritt im September unterzeichnet. Sie mussten aber auch noch vom Parlament gebilligt werden.

Grosse Empörung

Der internationale Kampfeinsatz in Afghanistan begann 2001 und sollte Ende dieses Jahres beendet werden. US-Präsident Barack Obama billigte Verwaltungsbeamten zufolge kürzlich, dass US-Soldaten nach dem Abzug der Kampftruppe auch Taliban-Kämpfer angreifen dürfen und nicht nur Al-Kaida-Terroristen. Das würde bedeuten, dass die USA auch aus der Luft unterstützen könnten, wenn nötig, hiess es.

Anschläge, bei denen Frauen und Kinder ums Leben kommen, sorgen in Afghanistan für besondere Empörung. Bei einem Anschlag nahe einer Moschee waren in diesem Jahr ebenfalls in einem in Paktika gelegenen Distrikt 43 Menschen ums Leben gekommen. Jener Anschlag war bisher der schwerste seit Jahresbeginn.

AP/thu

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