Argentinisches U-Boot ein Jahr nach Verschwinden geortet

Die mit ihrer 44-köpfigen Besatzung vor einem Jahr verschollene ARA San Juan wurde im Atlantik entdeckt – der Fund ist ein Glücksfall.

Wrack im Atlantik entdeckt: Vor einem Jahr verschwand die «ARA San Juan» mit ihrer 44-köpfigen Besatzung spurlos. (Video: AP)

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Nach einjähriger Suche ist das mit 44 Besatzungsmitgliedern verschollene argentinische U-Boot «ARA San Juan» im Atlantik entdeckt worden. Die US-Firma Ocean Infinity ortete das Wrack des im November 2017 verunglückten U-Boots in 800 Metern Tiefe, wie die argentinische Armee am Freitag (Ortszeit) im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Angehörige der Vermissten zeigten sich bestürzt über die Nachricht und forderten Aufklärung über den Unfall.

Ein mit Kameras ausgestattetes unbemanntes Mini-U-Boot der US-Firma lieferte erste Bilder der «ARA San Juan». Diese befindet sich rund 400 Kilometer vor der Küste Patagoniens am Meeresgrund. Die Entdeckung des Wracks war ein Glücksfall: das Hightech-Schiff «Seabed Constructor» sollte nach rund zweimonatiger Suche eigentlich zu Wartungsarbeiten nach Südafrika aufbrechen, als die Mannschaft sich entschied, erst noch ein zuvor wegen schlechter Wetterbedingungen bei der Suche ausgelassenes Gebiet zu überprüfen. Dabei stiessen die Spezialisten auf das verunglückte U-Boot.

Marinesprecher Rodolfo Ramallo kündigte eine Untersuchung des Wracks an. Dabei solle die Ursache für das Unglück geklärt werden.

In ihrem letzten Funkspruch im November 2017 hatte die 44-köpfige U-Boot-Besatzung einen Kurzschluss und ein Feuer an Bord gemeldet. Kurz darauf ereignete sich im Südatlantik eine Explosion. Die argentinische Armee hatte das in Deutschland hergestellte U-Boot im Jahr 1985 gekauft und zuletzt 2014 umfassend repariert.

Bilder: Vermisstes U-Boot geortet

Vor der Bekanntgabe des Fundes hatten die argentinischen Behörden die Familien der Besatzungsmitglieder in einem Hotel in der Stadt Mar del Plata zusammengerufen. Dort sind seit Monaten Angehörige der Verschollenen untergebracht. Am Tag vor dem Fund hatte Argentiniens Präsident Mauricio Macri einer Gedenkveranstaltung auf dem Marinestützpunkt von Mar del Plata beigewohnt.

«Wir sind am Boden zerstört», sagte Yolanda Mendiola, deren 28-jähriger Sohn Leandro an Bord der «ARA San Juan» war. «Sie sagen, dass sie uns Fotos zeigen werden. Es ist vorbei.»

Sie sei zuletzt davon ausgegangen, dass das U-Boot nie gefunden werden würde. «Jetzt denke ich, dass sie es hoch holen werden.» Zugleich betonte Mendiola: «Jetzt wollen wir wissen, was passiert ist.»

Die argentinische Marine hatte die Suche nach dem Wrack, an der sich zunächst 13 Länder beteiligten, aus Kostengründen nach einigen Wochen eingestellt. Die Angehörigen forderten monatelang eine Fortsetzung der Suche. Im Februar lobte das argentinische Verteidigungsministerium eine Belohnung von fünf Millionen Dollar (4,4 Millionen Euro) für Hinweise auf den Verbleib der «San Juan» aus.

Im September schliesslich teilte das Ministerium mit, dass die Suche wieder aufgenommen und von Ocean Infinity übernommen werde. Im Erfolgsfall solle die US-Firma 7,5 Millionen Dollar erhalten.

Der Untergang der «ARA San Juan» ist eines der schwersten U-Boot-Unglücke der vergangenen Jahrzehnte. Beim Unfall des russischen U-Boots «Kursk» bei einer Übung in der Barentssee waren im Jahr 2000 alle 118 Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen.

MH 370 bleibt verschollen

Ocean Infinity war im Januar bereits von Malaysia mit einer neuen Suche nach Flug MH 370 im südlichen Indischen Ozean beauftragt worden - sie blieb allerdings vergeblich.

Die Boeing 777 der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Trotz aufwändiger Suchaktionen blieb das Flugzeug bis heute unauffindbar. (afp/sda)

Erstellt: 17.11.2018, 06:17 Uhr

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