Arzt amputiert Patientin aus Versehen beide Brüste

Ein Arzt in Lugano hat einer Patientin versehentlich beide Brüste abgenommen. Gegen die Klinik Sant'Anna wurde ein Strafverfahren eröffnet.

Kunstfehler eines Gynäkologen: Die Klinik Sant'Anna muss sich in einem Strafverfahren verantworten.

Kunstfehler eines Gynäkologen: Die Klinik Sant'Anna muss sich in einem Strafverfahren verantworten. Bild: Samuel Golay/Keystone

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In der Klinik Sant'Anna in Lugano ist einem Arzt ein schwerer Fehler unterlaufen: Er amputierte einer 67-Jährigen, die an einem Brusttumor litt, aus Versehen beide Brüste. Gegen die Klinik läuft nun ein Strafverfahren.

Der Arzt hatte nach der Operation im Juli 2014 zunächst behauptet, die Amputation beider Brüste sei notwendig gewesen. Erst nach mehreren Monaten gab der Gynäkologe seinen Fehler zu. Er habe die Patientin verwechselt, sagte er.

Klinik sieht Verantwortung beim Arzt

Die Frau reichte daraufhin gegen den Arzt Klage ein. Der Kantonsarzt Giorgio Merlani eröffnete zudem eine administrative Untersuchung. Merlani und die Direktion der betroffenen Klinik bestätigten am Freitag auf Anfrage einen entsprechenden Bericht der Tessiner Zeitung «La Regione Ticino».

Die Klinik Sant'Anna, die der Waadtländer Privatkliniken-Gruppe Genolier gehört, bedauerte in einer Stellungnahme vom Freitag den schweren Vorfall. Die Verantwortung für den Fehler liege alleine beim Arzt, teilte die Klinik mit.

Klinik überprüft Prozesse

Der Vorfall sei der Staatsanwaltschaft in der vorgeschriebenen Frist von einem Jahr gemeldet worden. Inzwischen habe die Klinik, in der pro Jahr 4000 Operationen ausgeführt werden, ihre Sicherheitsprozesse überprüft.

Bereits im Frühling war die Klinik in die Schlagzeilen geraten – in einem ganz anderen Zusammenhang: Gerüchten zufolge soll die Geliebte des russischen Präsidenten Wladimir Putin dort ein Kind geboren haben. Putin liess die Gerüchte allerdings dementieren. (mlr/sda)

Erstellt: 10.07.2015, 17:45 Uhr

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