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Attentäter von Frankreich streitet religiöse Motive ab

Nach der Enthauptung in einer Gasfabrik bei Lyon schien klar: Die Tat ist islamistisch motiviert. Nun kommen Zweifel auf.

Weist religiöse Motive für die Enthauptung seines Chefs zurück: Der Verdächtige des Attentats von Frankreich bei seiner Verhaftung. (26. Juni 2015)
Weist religiöse Motive für die Enthauptung seines Chefs zurück: Der Verdächtige des Attentats von Frankreich bei seiner Verhaftung. (26. Juni 2015)
Keystone

Der mutmassliche Attentäter in Frankreich, der die Enthauptung seines Chefs gestanden hat, will nicht aus religiösen Motiven gehandelt haben. Der in der Vergangenheit als Islamist aufgefallene Yassin Salhi weise jeglichen religiösen Bezug seiner Tat von sich, verlautete aus Ermittlerkreisen.

Warum er am Anschlagstag neben den abgetrennten Kopf seines Opfers Fahnen mit dem muslimischen Glaubensbekenntnis aufhängte, erkläre der festgenommene 35-Jährige in Verhören aber nicht. Salhi hat gestanden, am vergangenen Freitag seinen Arbeitgeber ermordet und enthauptet zu haben. Anschliessend soll er ein Gaslager nahe der ostfranzösischen Grossstadt Lyon attackiert und dort mehrere Gasflaschen zur Explosion gebracht haben.

Foto des abgetrennten Kopfs verschickt

Bevor Feuerwehrleute ihn überwältigten, rief er Ermittlern zufolge noch «Allahu Akbar» (Allah ist der Grösste). Der enthauptete Leichnam seines Arbeitgebers, des Chefs einer Transportfirma, wurde am Anschlagsort gefunden. Der abgetrennte Kopf war am Zaun der Industrieanlage neben islamischen Fahnen befestigt.

Den Ermittlern zufolge verschickte der mutmassliche Attentäter am Anschlagstag noch ein selbst aufgenommenes Foto mit dem abgetrennten Kopf seines Opfers an einen französischen Islamisten, der sich vermutlich im syrischen Kampfgebiet aufhält. Den Mann kennt der 35-Jährige schon seit 2006 – im selben Jahr war Salhi wegen seiner islamistischen «Radikalisierung» auf eine Liste der französischen Geheimdienste gesetzt worden, von der er aber 2008 wieder gestrichen wurde.

Streit mit dem Chef

Salhi soll nach Aussagen seiner Schwester und seiner Mutter 2009 selbst nach Syrien gereist sein – also vor Beginn des Bürgerkriegs in dem Land. Beweise für die Syrien-Reise lagen den Ermittlern aber nicht vor, seinen Reisepass fanden sie zunächst nicht.

Bei der Suche nach Erklärungen für die Taten des 35-Jährigen stiessen die Ermittler auch auf einen Streit zwischen Salhi und seinem Chef zwei Tage vor dem Mord. Nach Aussagen eines Angestellten der Transportfirma liess Salhi, der als Fahrer arbeitet, eine Palette mit Informatik-Material fallen. Daraufhin habe es eine Auseinandersetzung mit dem Chef gegeben. Französische Medien berichteten auch über Eheprobleme des dreifachen Familienvaters.

(AFP)

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