Soldaten verletzt – Angreifer ist ein 36-jähriger Algerier

In einem Pariser Vorort hat ein BMW sechs Soldaten umgefahren. Die Polizei stoppte das flüchtige Fahrzeug auf der Autobahn.

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Nach einer mutmasslichen Fahrzeug-Attacke auf Soldaten in einem Vorort von Paris gehen französische Ermittler einem Terrorverdacht nach. Das Auto raste heute Morgen im Vorort Levallois-Perret in die Gruppe und verletzte dabei sechs Militärs. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.

Der Angriff geht offenbar auf das Konto eines Algeriers. Der 36-Jährige habe im Grossraum Paris gelebt und sei nicht vorbestraft, hiess es von Seiten der Ermittler. Das mutmassliche Tatfahrzeug sei auf einer Autobahn rund 260 Kilometer nördlich des Tatorts gestoppt worden, verlautete am Nachmittag aus Ermittlerkreisen. Der Fahrer sei unbewaffnet gewesen und durch Polizeischüsse verletzt worden. Zudem sei eine Polizistin von einer verirrten Kugel verletzt worden, hies es aus Justizkreisen.

Bei einer Verfolgungsjagd habe der flüchtende Fahrer mindestens einen Wagen gerammt. Rund 260 Kilometer nördlich des Tatorts stoppte die Polizei den BMW, der einem Reuters-Zeugen zufolge von Einschusslöchern durchsiebt war. Der Fernsehsender BFM TV berichtete, dass an der Festnahme Spezialkräfte der Polizei beteiligt waren.

Festnahme nach Autoattacke: Ein Verdächtiger wurde nach einer Verfolgungsjagd angeschossen und festgenommen. (Video: Tamedia/AFP)

Alle Soldaten nur leicht verletzt

Die sechs verletzten Soldaten wurden in zwei Spitäler gebracht. Drei von ihnen erlitten nur sehr leichte Verletzungen. Bei den anderen hatten die Behörden zunächst schwere Verletzungen befürchtet. Dies bewahrheitete sich aber nicht, wie Verteidigungsministerin Florence Parly sagte. Sie sprach in ihrer Mitteilung von einer «feigen Tat». Die laufende Untersuchung müsse die Absichten des Täters klären.

«Ich habe die ganze Szene gesehen, ich bin schockiert!», sagt Augenzeugin Zakia gegenüber dem Sender BFM-TV.

Der Bürgermeister von Levallois-Perret, Patrick Balkany, geht von einem «vorsätzlichen Akt» aus. Der Fahrer habe das Auto auf einer Strasse positioniert, sagte der Konservative dem Sender BFMTV. Er habe offensichtlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihrem Fahrzeug gehen, und sei dann auf sie zugerast. «Das ist eine abscheuliche Aggression.»

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sicherte den sechs Soldaten ihre «volle Unterstützung» zu. Sie hoffe von ganzem Herzen, dass der Täter rasch gefasst werden könne, schrieb sie auf Twitter.

Sitz des Inlandsgeheimdienstes

Der Ort Levallois-Perret bei Paris ist seiner Ansicht nach bewusst für die Fahrzeug-Attacke auf Soldaten ausgewählt worden. «Hier hat der Inlandsgeheimdienst DGSI seinen Sitz», sagte er der Nachrichtenagentur dpa vor Ort. Der DGSI spielt bei Anti-Terror-Ermittlungen in ganz Frankreich eine wichtige Rolle.

Nach einer mutmasslichen Fahrzeug-Attacke auf Soldaten in einem Vorort von Paris gehen französische Ermittler einem Terrorverdacht nach. Das Auto raste am Mittwochmorgen im Vorort Levallois-Perret in die Gruppe und verletzte dabei sechs Militärs. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest.

Das mutmassliche Tatfahrzeug sei auf einer Autobahn gestoppt worden, verlautete am Mittwochnachmittag aus Ermittlerkreisen. Der Fahrer sei durch Polizeischüsse verletzt worden. Bei dem 1980 geborenen Festgenommenen handle es sich mutmasslich um den Täter, hiess es aus Justizkreisen. «Er war im gesuchten Auto und hat versucht zu fliehen.» Gestoppt wurde das Fahrzeug auf einer Autobahn in Richtung der nordfranzösischen Stadt Calais.

Bei dem mutmasslichen Täter handle es sich um einen 36-jährigen Algerier. Er habe im Grossraum Paris gelebt und sei nicht vorbestraft, hiess es am Mittwoch von Seiten der Ermittler. Die für Terror-Fälle zuständige Pariser Staatsanwaltschaft zog den Fall an sich. Sie leitete eine Untersuchung wegen versuchten Mordes an Amtspersonen in Verbindung mit einem Terrorvorhaben ein.

Soldaten immer öfter Ziel von Angreifern

Die Soldaten gehörten zum Anti-Terror-Einsatz Sentinelle (Wache), der Militärpatrouillen in vielen französischen Städten umfasst. Der Einsatz hatte nach dem islamistischen Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im Januar 2015 begonnen. Für Sentinelle sind 7000 bis 10'000 Soldaten im Einsatz. Dabei wurden diese schon mehrfach selber zum Ziel von Anschlägen.

Im April wurde ein Polizist in Paris auf dem Boulevard Champs-Élysées erschossen. Anfang des Jahres ging ein Mann mit Macheten auf eine Militärpatrouille im Louvre-Museum los. Er wurde überwältigt. Im März erschossen Soldaten einen Angreifer im Pariser Flughafen Orly, der einer Soldatin ihre Waffe entreissen wollte.

Zudem wurde am vergangenen Wochenende am Eiffelturm ein Mann mit einem Messer festgenommen, der in einer Vernehmung sagte, er habe einen Anschlag auf einen Soldaten geplant. Er wurde inzwischen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Bei islamistischen Anschlägen in Frankreich wurden seit Anfang 2015 fast 240 Menschen ermordet. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat seine Anhänger zur Vergeltung der Luftangriffe Frankreichs und anderer westlicher Staaten gegen ihre Stellungen in Syrien und dem Irak aufgerufen. (nxp/sda)

Erstellt: 09.08.2017, 23:01 Uhr

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