Baby-Delfin stirbt bei Selfie-Orgie der Badegäste

Am Strand der spanischen Küstenstadt Mojácar haben Hunderte Badegäste einen gestrandeten Delfin herumgereicht. Dem Tier war das zu viel Stress – es ist verendet.

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Hunderte Badegäste haben an einem Strand in der spanischen Provinz Almería den Tod eines Baby-Delfins verursacht. Als das Tier in der Nähe des Strandes der Küstenstadt Mojácar entdeckt worden war, wurde es von den Strandgängern aus dem Wasser gehoben und herumgereicht. Viele Strandgänger hätten zudem mit dem Tier posiert, um ein Selfie machen zu können, wie der spanische Sender «ABC» berichtet.

«Wale und Delfine sind sehr stressanfällig. Sie herzureichen und Selfies mit ihnen zu machen kann bei ihnen einen starken Shock auslösen. Das kann zu einem Herz-Lungen-Versagen führen – was in diesem Fall passierte», schreibt der Tierschutzverein Equinac auf seiner Facebook-Seite. Einige Kinder hätten dem Tier zudem ohne böse Absicht das zum Atmen nötige Blasloch zugedrückt.

Tierschützer rückten aus

Der Vorfall hatte sich bereits vergangenen Freitag ereignet, wurde aber erst am heutigen Mittwoch bekannt. Die Tierschützer von Equinac rückten nach eigenen Angaben sofort aus, um den gestrandeten Delfin zu retten. Doch vor Ort konnten sie nur noch den Tod des Tieres feststellen.

Der Verein stellt auf Facebook klar, dass die Strandung an sich nicht die Schuld der Badegäste gewesen sei. Vermutlich habe der Delfin seine Mutter verloren oder sei krank gewesen, so Equinac.

Die Tierschützer konnten dem Tier nicht mehr helfen: Ein Mitarbeiter von Equinac (in den blauen Shorts) hebt das tote Tier aus dem Wasser. (11. August 2017, publiziert 16. August 2017) Bild: Equinac/Facebook

(mch)

Erstellt: 16.08.2017, 18:42 Uhr

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