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Basler Behörden verbieten Hooligan-Konzert

Die deutsche Hooligan-Band Kategorie C aus dem Umfeld der Bewegung «Hooligans gegen Salafisten» wollte in Basel auftreten. Daraus wird vorerst nichts – doch die Band sucht ein anderes Datum.

BaZ
Mindestens 4000 als gewaltbereit geltende Hooligans: Marsch durch die Kölner Innenstadt. (26. Oktober 2014)
Mindestens 4000 als gewaltbereit geltende Hooligans: Marsch durch die Kölner Innenstadt. (26. Oktober 2014)
Reuters
Die Demonstranten griffen Polizisten an und verletzten sie. (26. Oktober 2014)
Die Demonstranten griffen Polizisten an und verletzten sie. (26. Oktober 2014)
Reuters
Beamte wurden mit Steinen und Flaschen beworfen – ein umgekipptes Polizeifahrzeug. (26. Oktober 2014)
Beamte wurden mit Steinen und Flaschen beworfen – ein umgekipptes Polizeifahrzeug. (26. Oktober 2014)
Reuters
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Sie nennen sich Kategorie C – angelehnt an die Unterteilung von Fussballfans in A, B und C, je nach Gewaltbereitschaft. Aufgefallen ist die Hooligan-Band in jüngster Vergangenheit durch ihren Auftritt an einer Demo in Köln, zu der das Bündnis «Hooligans gegen Salafisten» aufgerufen hatte. Im Rahmen der Kundgebung, an der rund 2500 Personen teilnahmen, kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen.

Die deutsche Band aus Bremen wird ausserdem immer wieder im Zusammenhang mit der rechtsextremen Szene genannt, einige ihrer Konzerte in Deutschland wurden verboten. «Die Konzerte tragen zur Mobilisierung und zum Zusammenhalt der Szene bei, schaffen die Möglichkeit zum Kontakt und geben Gelegenheit zur Rekrutierung von Sympathisanten», schreibt der Bremer Verfassungsschutz. Die Band gelte in Deutschland als musikalisches Bindeglied zwischen Rockern, Hooligans und Neonazis.

Gefahr für öffentliche Sicherheit

Am kommenden Samstag hätte Kategorie C nun auch im Raum Basel an einem geheimen Ort auftreten wollen, wie «20 Minuten» berichtete. Laut deutschen Medien sollte mit dem Konzert die Bewegung «Hooligans gegen Salafisten» (HoGeSa) in die Schweiz getragen werden. Ein Umstand, der den Basler Extremismusexperten Samuel Althof beunruhigt. Er ist überzeugt, dass es sich hier um eine ernst zu nehmende Bedrohung handle. «Das Gefährliche an HoGeSa ist, dass dabei drei gewalttätige Szenen aufeinandertreffen können: Hooligans, Nazis und Salafisten», wurde Althof im Artikel zitiert.

Auch die Basler Behörden waren durch die Ankündigung des Konzerts alarmiert und haben diese Woche Konsequenzen gezogen. «Wir können bestätigen, dass die Kantonspolizei Basel-Stadt dem Veranstalter schriftlich mitteilte, dass die Durchführung eines Konzerts der Band Kategorie C bewilligungspflichtig wäre und eine Bewilligung dafür nicht erteilt wird», sagt Justiz- und Sicherheitsdepartementssprecher Andreas Knuchel auf Anfrage. Die Kantonspolizei Basel-Stadt stütze diesen Entscheid auf die aktuellen Erkenntnisse: «Die Durchführung eines solchen Konzerts würde unter anderem eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen», erklärt Knuchel.

Band will später in der Schweiz spielen

Die Band informiert auf ihrer Facebook-Seite über die Absage. Alle, die bereits ein Ticket gekauft hätten, würden das Geld dafür zurückerstattet bekommen. Damit ist das Thema aber nicht abgeschlossen. Ein Konzert in der Schweiz soll es trotzdem geben, kurz nach Weihnachten, am 27. Dezember. «Wir wollen ein ganz normales Konzert durchführen. Und das wird auch stattfinden. Die Wölfe spielen ganz sicher nach Weihnachten – irgendwo in der Schweiz», erklärte der Veranstalter gegenüber «20 Minuten».

Wo die Veranstaltung stattfinden soll, das wird auch dieses Mal nicht genannt. «Irgendwo in der Schweiz», lautet die Angabe. Einen geeigneten Ort dafür zu finden, dürfte nicht ganz einfach werden. Offenbar hatte der Veranstalter auch im Raum Basel Probleme bei der Suche nach einem Lokal für das Konzert der umstrittenen Band. Ein Hallenbesitzer habe im Vorfeld «kalte Füsse bekommen» und abgesagt.

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