Beamter belästigt Mitarbeiterin – sie erhält die Kündigung

Die Leiterin des Putzteams war im Bundesamt für Bauten beliebt – bis sie sich gegen die Sprüche ihres Vorgesetzten wehrte.

Richter sehen sexuellen Bezug: Eine Angestellte beim Bundesamt für Bauten in Bern klagte gegen ihre Entlassung. Bild: Google

Richter sehen sexuellen Bezug: Eine Angestellte beim Bundesamt für Bauten in Bern klagte gegen ihre Entlassung. Bild: Google

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«Hallo sexy Frau» – so und ähnlich begrüsste ein Kadermann des Bundes seine Mitarbeiterin. Er küsste die Reinigungschefin auf die Wange, nannte sie «Schätzeli» und forderte «etwas Süsses, das nichts kostet», wenn sie etwas von ihm brauchte, schreibt die «Schweiz am Wochenende».

Erst nach Monaten wehrte sich die Angestellte gegen ihren Chef beim Bundesamt für Bauten, was eine externe Untersuchung zur Folge hatte. Im Bericht dazu werden die Grenzüberschreitungen dokumentiert. Das Fazit der Untersuchung: Sexuelle Belästigung könne «nicht als erstellt betrachtet werden». Es werde bezweifelt, dass sich die Frau tatsächlich belästigt gefühlt habe.

Der Vorgesetzte streitet in der Untersuchung die meisten Vorfälle nicht ab. Seine Rechtfertigung: Er habe es nicht so gemeint, es sei nur Spass gewesen und sie habe es doch auch lustig gefunden. Seine Vorgesetzten bezeichnen ihn als lockeren Typen. Auf seiner Stufe vertrage es diese Sprüche, heisst es in der Untersuchung.

Angestellte erhält Entschädigung

Der Untersuchungsberichts hatte für die Reinigungschefin Konsequenzen: Sie erhielt die Kündigung. Nach ihrer Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht nimmt dieses in seinem Urteil ungewöhnlich deutlich Stellung zur sexuellen Belästigung. Die Richter äussern «Zweifel an der Objektivität des Untersuchungsberichts» – Der Vorgesetzte habe «klare anzügliche Äusserungen» gemacht. Das Gericht zeigt sich «erstaunt», dass die Untersuchung einen sexuellen Bezug verneine.

So kommt das Bundesverwaltungsgericht zum Schluss, es liege kein «sachlich hinreichender Grund» für eine Entlassung vor. Die Angestellte erhält deshalb eine Entschädigung von einem halben Jahreslohn.

Das Bundesamt für Bauten wollte zum Fall keine Stellung nehmen, da die Rekursfrist noch nicht abgelaufen sei. Das Urteil kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Erstellt: 17.02.2019, 11:35 Uhr

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