Beamter lässt 16-Jährige Polizistin spielen

Ein ehemaliger Polizist aus Lugano soll einem Teenager erlaubt haben, uniformiert eine Personenkontrolle durchzuführen. Nun muss er vor Gericht.

Mehrmals bei Patrouillen dabei gewesen: Eine junge Frau belastet Tessiner Polizisten schwer. (Archiv)

Mehrmals bei Patrouillen dabei gewesen: Eine junge Frau belastet Tessiner Polizisten schwer. (Archiv) Bild: Carlo Reguzzi/Keystone

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In Lugano muss sich ein ehemaliger Polizist vor Gericht verantworten, weil er eine 16-Jährige mit auf Patrouille genommen hatte. Sie habe eine Uniform getragen und den Polizisten auf «vier oder fünf Patrouillen» begleitet, sagte sie bei einer Befragung aus. Er war nicht der Einzige, den sie bei der Arbeit «unterstützte».

Die junge Frau wurde bereits vom Jugendstrafgericht verurteilt. Zwei Polizisten aus Lugano verloren zudem ihren Job. Der eine, ein 28-Jähriger, ist bereits verurteilt worden, weil er die Minderjährige hinter das Steuer des Polizeiautos liess. Dem Zweiten wird nun in den nächsten Wochen der Prozess gemacht.

«Ich war leichtsinnig»

Dieser soll der damals 16-Jährigen im Sommer 2017 mehrmals erlaubt haben, sich als Polizistin auszugeben. Am Schiessstand soll sie zudem seine Pistole benutzt haben. «Einmal hat er mir sogar erlaubt, eine Leibesvisitation bei einem Passanten durchzuführen», erklärte der Teenager. Sie sollte feststellen, ob er Drogen bei sich trug, während der Polizist die Papiere überprüfte.

«Ich machte es aus Spass», sagte die heute Volljährige. «Erst jetzt wird mir die Schwere der Tat bewusst. Ich war leichtsinnig.»

Ex-Polizist streitet alles ab

Die Angaben, die die Jugendliche bei der Befragung gemacht hatte, konnten von der Staatsanwaltschaft rekonstruiert werden und bringen den Ex-Beamten in Erklärungsnot. Ihm wird nun Amtsmissbrauch vorgeworfen. Der 39-Jährige soll nach Angaben der Jugendlichen zudem eine Liebesbeziehung mit ihr geführt haben.

Der Polizist streitet jedoch alles ab, die Geschichte sei frei erfunden. Gemäss seiner Verteidigerin handelt es sich um «Anschuldigungen ohne jeglichen Beweis», basierend «lediglich auf den Aussagen der Jugendlichen», die aus «persönlichen Motiven» handle. Eine Liebesbeziehung habe es zudem nie gegeben.

(Übernommen von 20 Minuten, bearbeitet von Redaktion Tamedia.)

(red)

Erstellt: 14.03.2019, 10:42 Uhr

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