Zahl der Toten nach Waldbränden in Kalifornien steigt auf 76

Die Waldbrände in Kalifornien haben rund 10'000 Häuser zerstört. 76 Menschen sterben – über 1200 werden noch vermisst.

Die Katastrophe nimmt immer schlimmere Ausmasse an: Kalifornien kämpft gegen die Flammen. Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Zuge der tödlichen Grossbrände im US-Bundesstaat Kalifornien gelten mittlerweile mehr als 1000 Menschen als vermisst. Die Liste der bislang nicht gefundenen Personen werde kontinuierlich aktualisiert, sagte der zuständige Sheriff am Freitagabend (Ortszeit), Kory Honea.

Zugleich betonte er, es müsse nicht unbedingt bedeuten, dass die 1011 Personen tatsächlich vermisst würden. Es handle sich um eine vorläufige Aufstellung von Vermisstenmeldungen mit möglichen Dopplungen. Er rief Anwohner in der Region auf, zu prüfen, ob ihre Namen aufgeführt seien und sich gegebenenfalls bei den Behörden zu melden. Am Donnerstag war die Zahl der Vermissten auf 631 gestiegen.

Die Zahl der Todesopfer durch das «Camp Fire» stieg demnach mit dem Fund von acht weiteren Leichen auf 71. Dies sind mehr Tote als je zuvor bei einem Feuer in dem Bundesstaat seit Beginn der Aufzeichnungen. Das «Camp Fire» gilt als das tödlichste und zerstörerischste in der Geschichte des Bundesstaates. Tausende Häuser fielen den Flammen zum Opfer, allein in Paradise brannten 9700 Wohnhäuser ab. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt knapp 57'000 Hektar Land zerstört.

Brände eingedämmt

In der fast völlig abgebrannten Ortschaft Paradise ging am Donnerstag in den Häuserruinen die Suche nach Vermissten weiter. Hunderte von Helfern in weissen Schutzanzügen und speziell ausgebildete Spürhunde suchten in den Trümmern weiter nach möglichen sterblichen Überresten. Angehörige stellten DNA-Material zur Verfügung, um bei der Identifizierung von Überresten zu helfen. Viele der geborgenen Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Bildstrecke: Katastrophe im Land der Träume

Die Feuerwehrleute machten unterdessen Fortschritte, die Brände zu löschen. Die Flammen im Raum Paradise waren am Donnerstag nach Angaben der Behörden zu 40 Prozent eingedämmt.

Trump will am Samstag nach Kalifornien

Im Süden Kaliforniens, wo das «Woolsey»-Feuer nahe Malibu drei Menschenleben forderte, konnten die Brände zu fast 60 Prozent umzingelt werden. Für Südkalifornien teilte der Nationale Wetterdienst mit, man hoffe, dass die Bedrohungslage an diesem Freitag abnehme. Beide Feuer haben zusammen Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört.

US-Präsident Donald Trump will am Samstag nach Kalifornien reisen, um sich mit Betroffenen der schweren Waldbrände zu treffen. Das teilte das Weisse Haus am Donnerstag (Ortszeit) mit. Nach Angaben des Weissen Hauses wollte er Betroffene der Katastrophe treffen. Einzelheiten des Besuchs waren zunächst nicht bekannt.

In vielen Teilen Kaliforniens waren die Auswirkungen der Katastrophen zu spüren. Die Behörden warnten vor gefährlicher Rauchbelastung und schlechter Luftqualität. In San Francisco etwa wurde am Donnerstag der Betrieb der beliebten Cable-Car-Bahnen eingestellt. Statt der offenen Bahnen würde Busse eingesetzt, teilte die Verkehrsbehörde in einem Tweet mit. Für kommende Woche sagt der Wetterdienst die ersten Regenfälle seit Monaten voraus. (NN/sda)

Erstellt: 18.11.2018, 05:35 Uhr

Artikel zum Thema

Zahl der Todesopfer in Kalifornien steigt auf 59

Im Norden des US-Bundesstaats wurden acht weitere Leichen gefunden. Der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern. Mehr...

Als gäbe es keinen Himmel und keine Sonne mehr

Reportage Kalifornien erlebt noch nie gesehene Feuersbrünste. Die Bewohner halten zusammen – auch wenn Donald Trump sie verhöhnt. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Blogs

Beruf + Berufung Wo digitale Nomaden der Einsamkeit entkommen

Geldblog PK-Vorbezug: Bedenken Sie die Folgen!

Die Welt in Bildern

Herbstlich gefärbte Weinberge: Winzer arbeiten in Weinstadt, im deutschen Baden-Württemberg. (17. Oktober 2019)
(Bild: Christoph Schmidt/DPA) Mehr...