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«Bei einem Raub gibt es auch keine Blackbox»

Die Untersuchung zum tragischen Ju-Absturz werde penible «Detektivarbeit», meint Aviatikexperte Sepp Moser.

sep
Die Ermittlungen seien «Detektivarbeit»: Helikopter fliegen von Flims zur Absturzstelle.  (5. August 2018)
Die Ermittlungen seien «Detektivarbeit»: Helikopter fliegen von Flims zur Absturzstelle. (5. August 2018)
Melanie Duchene, Keystone
«Gestern war der schwierigste und schwärzeste Tag in der 36-jähigen Geschichte der Ju-Air»: Kurt Waldmeier, Gründer und CEO Ju-Air an der Pressekonferenz am 5. August 2018.
«Gestern war der schwierigste und schwärzeste Tag in der 36-jähigen Geschichte der Ju-Air»: Kurt Waldmeier, Gründer und CEO Ju-Air an der Pressekonferenz am 5. August 2018.
Melanie Duchene, Keystone
Unter den Opfern befinden sich 8 Paare und 4 Einzelpersonen: Die Kantonspolizei informierte in Flims über die bisherigen Erkenntnisse zum Absturz. (5. August 2018)
Unter den Opfern befinden sich 8 Paare und 4 Einzelpersonen: Die Kantonspolizei informierte in Flims über die bisherigen Erkenntnisse zum Absturz. (5. August 2018)
Melanie Duchene, Keystone
«Den Einsatzkräften bot sich ein trauriges Bild»: Andreas Tobler, Chef Ermittlungsdienste der Kantonspolizei Graubünden an der Pressekonferenz. (5. August 2018)
«Den Einsatzkräften bot sich ein trauriges Bild»: Andreas Tobler, Chef Ermittlungsdienste der Kantonspolizei Graubünden an der Pressekonferenz. (5. August 2018)
Melanie Duchene, Keystone
«Es gab keine Fremdeinwirkung von aussen»: Daniel Knecht von der Sust am 5. August 2018.
«Es gab keine Fremdeinwirkung von aussen»: Daniel Knecht von der Sust am 5. August 2018.
Melanie Duchene, Keystone
Die Kantonspolizei Graubünden hat Aufnahmen der abgestürzten Tante Ju veröffentlicht.
Die Kantonspolizei Graubünden hat Aufnahmen der abgestürzten Tante Ju veröffentlicht.
Kantonspolizei Graubünden
Alle 20 Insassen sind tot, wie die Kantonspolizei an einer Medienorientierung mitteilte.
Alle 20 Insassen sind tot, wie die Kantonspolizei an einer Medienorientierung mitteilte.
Kantonspolizei Graubünden
Erstes Bild des Unglücks: Bei Flims im Kanton Graubünden hat sich am Samstagnachmittag ein Flugzeugunglück ereignet.
Erstes Bild des Unglücks: Bei Flims im Kanton Graubünden hat sich am Samstagnachmittag ein Flugzeugunglück ereignet.
Leserreporter 20 Minuten
Eine Aufnahme der Absturzstelle am 5. August 2018.
Eine Aufnahme der Absturzstelle am 5. August 2018.
Arnd Wiegmann, Reuters
Die Absturzstelle am 5. August 2018.
Die Absturzstelle am 5. August 2018.
Arnd Wiegmann, Reuters
Die Rega sowie die Kantonspolizei Graubünden haben einen Einsatz am Piz Segnas bestätigt.
Die Rega sowie die Kantonspolizei Graubünden haben einen Einsatz am Piz Segnas bestätigt.
Screenshot Google Maps
Beim Absturz am Samstag könnten bis zu zwanzig Menschen ums Leben gekommen sein: Die Tschingelhoren, der Atlas und der Piz Segnas, v.l.n.r. (Archiv)
Beim Absturz am Samstag könnten bis zu zwanzig Menschen ums Leben gekommen sein: Die Tschingelhoren, der Atlas und der Piz Segnas, v.l.n.r. (Archiv)
Arno Balzarini, Keystone
Bis zu 17 Passagiere haben in einer Tante Ju Platz.
Bis zu 17 Passagiere haben in einer Tante Ju Platz.
20 Minuten Leserreporter
Gemäss der Kantonspolizei wurden die Einsatzkräfte mit Hubschraubern an den Absturzort geflogen: Der Piz Segnas und rechts hinten der Atlas. (Archiv)
Gemäss der Kantonspolizei wurden die Einsatzkräfte mit Hubschraubern an den Absturzort geflogen: Der Piz Segnas und rechts hinten der Atlas. (Archiv)
Arno Balzarini, Keystone
Informationen über den Unfallhergang und das Schicksal der Insassen sind noch nicht verfügbar: Piz Segnas, links, und die Tschingelhörner mit dem Martinsloch bei Elm und der markanten Linie der Glarner Hauptüberschiebung, einer geologischen Besonderheit in der Entstehung der Alpen. (Archiv)
Informationen über den Unfallhergang und das Schicksal der Insassen sind noch nicht verfügbar: Piz Segnas, links, und die Tschingelhörner mit dem Martinsloch bei Elm und der markanten Linie der Glarner Hauptüberschiebung, einer geologischen Besonderheit in der Entstehung der Alpen. (Archiv)
Gaetan Bally, Keystone
Auch zur Unglücksursache ist bislang nichts bekannt: Trinserhorn (Mitte) und Piz Segnas (links) aufgenommen vom Cassonsgrat oberhalb Flims. (Archiv)
Auch zur Unglücksursache ist bislang nichts bekannt: Trinserhorn (Mitte) und Piz Segnas (links) aufgenommen vom Cassonsgrat oberhalb Flims. (Archiv)
Arno Balzarini, Keystone
Bis am Sonntagabend ist der Luftraum über der Absturzstelle gesperrt: Bei der Maschine handelt es sich um die Ju-52 HB-HOT aus Dübendorf mit 17 Sitzplätzen.
Bis am Sonntagabend ist der Luftraum über der Absturzstelle gesperrt: Bei der Maschine handelt es sich um die Ju-52 HB-HOT aus Dübendorf mit 17 Sitzplätzen.
PD
Am Sonntagnachmittag werden Polizei und JU-AIR informieren: Eine undatierte Aufnahme eines Ju-52-Flugzeugs der JU-AIR in der Luft.
Am Sonntagnachmittag werden Polizei und JU-AIR informieren: Eine undatierte Aufnahme eines Ju-52-Flugzeugs der JU-AIR in der Luft.
Handout Ju-Air
Die Kantonspolizei Graubünden hat für Angehörige eine Hotline unter der Nummer 081 256 56 56 eingerichtet: Undatierte Aufnahme einer Ju-52.
Die Kantonspolizei Graubünden hat für Angehörige eine Hotline unter der Nummer 081 256 56 56 eingerichtet: Undatierte Aufnahme einer Ju-52.
Handout Ju-Air
Die Fluggesellschaft hat den Betrieb bis auf weiteres eingestellt: Undatierte Aufnahme von Ju-52-Flugzeugen der JU-AIR in der Luft.
Die Fluggesellschaft hat den Betrieb bis auf weiteres eingestellt: Undatierte Aufnahme von Ju-52-Flugzeugen der JU-AIR in der Luft.
Handout Ju-Air
Aufnahmen aus dem Inneren einer Ju-52 auf einem Instruktionsflug im März 2017.
Aufnahmen aus dem Inneren einer Ju-52 auf einem Instruktionsflug im März 2017.
Ruedi Baumann
Die Ju-52 hat drei unabhängige BMW-Motoren mit je 500 PS, die in Dübendorf gewartet werden.
Die Ju-52 hat drei unabhängige BMW-Motoren mit je 500 PS, die in Dübendorf gewartet werden.
Ruedi Baumann
Die Piloten sind meistens sehr erfahrene aktive oder pensionierte Berufspiloten.
Die Piloten sind meistens sehr erfahrene aktive oder pensionierte Berufspiloten.
Ruedi Baumann
Die «Grande Dame» der Luftfahrt,1936 in Dessau gebaut: Eine Ju-52 beim Frühlingscheck in einem Hangar der Lufthansa-Technik in Hamburg. (6. April 2016)
Die «Grande Dame» der Luftfahrt,1936 in Dessau gebaut: Eine Ju-52 beim Frühlingscheck in einem Hangar der Lufthansa-Technik in Hamburg. (6. April 2016)
Lukas Schulze, Keystone
Eine Junkers Ju-52 der Ju-Air steht im August 1989 an den Internationalen Flugtagen auf dem Flughafen Bern-Belp.
Eine Junkers Ju-52 der Ju-Air steht im August 1989 an den Internationalen Flugtagen auf dem Flughafen Bern-Belp.
Str, Keystone
2008 zierte die Tante Ju Wohlfahrtsmarken in Deutschland – Sonderbriefmarken für wohltätige Zwecke: Eine Ju-52 am 8. Juni 2008 auf dem Rollfeld des Flughafens Tempelhof in Berlin.
2008 zierte die Tante Ju Wohlfahrtsmarken in Deutschland – Sonderbriefmarken für wohltätige Zwecke: Eine Ju-52 am 8. Juni 2008 auf dem Rollfeld des Flughafens Tempelhof in Berlin.
Miguel Villagran, Keystone
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Die Flugunfalluntersuchung zum Absturz der Ju-52 vom Samstag in Flims GR mit 20 Toten wird laut dem Aviatikjournalisten Sepp Moser zur «Detektivarbeit». Das Prozedere ist dabei genau vorgegeben.

Laut Moser, der selber Pilot ist, wird die Flugunfalluntersuchung nach dem international standardisierten Vorgehen ablaufen, das die Internationale Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO) vorgibt. Diese gibt exakte Regeln zum Ablauf und den Methoden vor. Dadurch soll sichergestellt werden, dass man Lehren aus den Untersuchungen ziehen kann.

Alles wird dokumentiert und fotografiert

Als Erstes stehe eine «penible Bestandesaufnahme» an der Unglücksstelle an, sagte Moser am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sämtliche Leichen und Wrackteile würden vor dem Abtransport nummeriert, dokumentiert und fotografiert. «Und dann kann man anfangen, sich zu überlegen, warum ein Metallteil zum Beispiel so verbogen ist», so Moser.

Dass die Unglücksmaschine Ju-52 über keine Blackbox und keine sonstigen Aufzeichnungsgeräte verfügte, dürfte die Untersuchung erschweren, aber nicht verunmöglichen. «Bei einem Bijouterieraub gibt es auch keine Blackbox», sagte Moser dazu. Nun sei ähnlich wie bei polizeilichen Untersuchungen «Detektivarbeit» gefragt.

Rückschlüsse könnten die Ermittler auch aus Trümmern, Untersuchungen an den Leichen, aus Augenzeugenberichten und den Akten ziehen. So würden routinemässig der Gesundheitszustand der Piloten sowie die Wartungsunterlagen der Maschine überprüft.

Ju-52 «unkaputtbar»

Der betroffene Flugzeugtyp, die Junkers Ju-52, ist laut Moser keineswegs eine unsichere Maschine. Im Gegenteil sei das Flugzeug mit Baujahr 1939 «unkaputtbar». «Das ist gute, dauerhafte Handwerksarbeit.» Zudem würden so alte Flieger häufiger gewartet.

«Man kann davon ausgehen, dass in der Schweiz betriebene Flugzeuge sicher sind», zeigte sich Moser weiter überzeugt. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) überprüfe als Aufsichtsstelle laufend, ob alle Vorgaben für einen sicheren Betrieb eingehalten würden.

Beim Absturz einer Ju-52 am Piz Segnas ob Flims GR vom Samstag sind alle 20 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Es ist das schwerste Unglück der Schweizer Luftfahrt seit dem Crossair-Absturz im Jahr 2001.

(SDA)

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