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Bei Tschernobyl brennt der Wald

In der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl stehen 400 Hektar Wald in Flammen. Greenpeace warnt vor einer Katastrophe. Laut den Behörden besteht «kein Grund zur Panik».

Riesige Rauchsäulen steigen auf: Beim AKW Tschernobyl brennt es (28. April 2015).
Riesige Rauchsäulen steigen auf: Beim AKW Tschernobyl brennt es (28. April 2015).
Andrew Kravchenko, AFP

Es handle sich um den schwersten Waldbrand in der Nähe des havarierten AKW seit 1992, sagte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow. Die Anlage sei etwa 20 Kilometer vom Brandherd entfernt. Insgesamt sei eine Fläche von etwa 400 Hektar Wald von den Flammen erfasst worden. Mehr als 200 Helfer waren im Kampf gegen das Feuer im Einsatz.

Umweltschützer von Greenpeace in Russland warnten vor einer möglichen Katastrophe. Der Wind könne eine radioaktiv verseuchte Rauchfahne bis nach Weissrussland blasen, teilte die Organisation mit.

Behörden: «Kein Grund zur Panik»

Demgegenüber gab der Innenminister Entwarnung: Das Feuer sei unter Kontrolle, es gebe keinen Grund zur Panik, sagte Awakow am Abend in Kiew.

Eine Gefahr für die Kraftwerksruine, in der sich noch immer hoch radioaktives Uran befindet, bestehe nicht, teilte auch der ukrainische Zivilschutz-Chef Sorjan Schkirjak mit. Es sei keine erhöhte Strahlung in der Umgebung gemessen worden, betonte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.

Am 26. April 1986 war der vierte Reaktor des AKW explodiert. Nach dem Super-GAU wurden strahlende Partikel vom Wind bis weit nach Westeuropa getragen. Grosse Flächen in der Nähe der Anlage sind bis heute radioaktiv verstrahlt.

Derzeit wird ein neuer Sarkophag für die Anlage zum Schutz vor Strahlung gebaut. An diesem Mittwoch ist in London eine Geberkonferenz zur Finanzierung der neuen Betonabdeckung geplant. Das Bauprojekt soll bis 2017 fertig sein.

SDA/hvw

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