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Bergführer Loretan bei Absturz getötet – Glänzende Karriere und private Tragik

Der Extrem-Alpinist ist gestern, an seinem 52. Geburtstag, am Grünhorn in den Tod gestürzt. Er war der dritte Alpinist, der alle Achttausender bezwungen hatte. 2001 schüttelte Loretan seinen Sohn zu Tode.

Ist am Donnerstag in den Walliser Bergen abgestürzt: Der Freiburger Alpinist Erhard Loretan.
Ist am Donnerstag in den Walliser Bergen abgestürzt: Der Freiburger Alpinist Erhard Loretan.
Keystone
Schwerer Gang: Erhard Loretan am Gericht in Gruyere, wo über den Tod seines Sohnes verhandelt wurde. (11. Februar 2003)
Schwerer Gang: Erhard Loretan am Gericht in Gruyere, wo über den Tod seines Sohnes verhandelt wurde. (11. Februar 2003)
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Die beiden Alpinisten Erhard Loretan (links) und Andre Georges haben innerhalb von 13 Tagen 13 Nordwände bestiegen. (27. Januar 1989)
Die beiden Alpinisten Erhard Loretan (links) und Andre Georges haben innerhalb von 13 Tagen 13 Nordwände bestiegen. (27. Januar 1989)
Keystone
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Zum Absturz kam es gegen 12 Uhr auf Gemeindegebiet von Fieschertal im Oberwallis. Wie die Kantonspolizei Wallis mitteilte, stürzte die von Loretan als Bergführer geleitete Zweierseilschaft kurz vor dem Gipfel des Grünhorns auf rund 3800 Metern über Meer aus ungeklärten Gründen ab.

Eine andere Bergsteigergruppe fand die Absturzspuren und löste kurz nach Mittag Alarm aus. Wegen starken Nebels konnten Helikopter der Air-Glaciers nicht zum Unglücksort fliegen.

Die zu Fuss und auf Skiern angerückten Retter konnten gegen 16 Uhr nur noch den Tod Loretans feststellen. Seine Begleiterin wurde schwer verletzt mit einem inzwischen doch noch eingetroffenen Helikopter ins Spital geflogen. Der Tote wurde in der Nacht auf Freitag identifiziert.

Frau ist bei Bewusstsein

Jean-Marie Bornet, der Sprecher der Kantonspolizei Wallis, sagte , die Frau sei bei Bewusstsein. Sie habe mehrere Brüche und innere Verletzungen erlitten. Die Verletzte stammt aus dem Kanton Bern und wohnt in Genf.

Gemäss Bornet gilt das Grünhorn nicht als besonders gefährlicher Berg. Alpinismus sei aber generell nicht risikolos. Es reiche, dass ein Mitglied einer Seilschaft den Halt verliere und die anderen mitreisse. Das scheine hier der Fall gewesen zu sein.

Loretan war am Samstag mit seiner Klientin zu einer ausgedehnten Tour in der Jungfrau- und Aletschregion aufgebrochen, wobei sie mehrere Gipfel bestiegen. Am Donnerstag brachen sie von der Finsteraarhorn-Hütte aus auf.

Eine Untersuchung der Unglücksursache läuft. Sie wird im Auftrag der Oberwalliser Staatsanwaltschaft von der Berner Kantonspolizei geführt. Der Unfall ereignete sich an der Grenze zwischen den Kantonen.

Glänzende Alpinistenkarriere – grosse Tragik

Loretan war ein Extrembergsteiger der Spitzenklasse. Als dritter Mensch überhaupt bezwang er bis 1995 alle 14 Achttausender der Erde. Sein Leben war nicht frei von Tragik, schüttelte er doch seinen sieben Monate alten Sohn zu Tode.

Dafür wurde er 2003 in Bulle FR wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt. Vor Gericht sagte er: «Die Strafe, die Sie mir auferlegen, ist kein Vergleich zu dem, was ich bis zum Ende meiner Tage mit mir trage.»

Loretan hatte am 24. Dezember 2001 die Nerven verloren, weil sein einziger Sohn schrie. Das Kind starb aufgrund des Schütteltraumas. Loretan gestand und stimmte der Veröffentlichung seines Namens zu, um auf die Folgen des Babyshakings hinzuweisen.

Mit 10 Jahren begann er Bergsteiger-Karriere

Loretan begann seine Bergsteiger-Karriere im Alter von zehn Jahren im heimischen Greyerzerland. Am 5. Oktober 1995 bezwang er zusammen mit Jean Troillet den 8586 Meter hohen Kangchenjunga in Nepal und vollendete seinen 14. Achttausender.

Vor ihm war das nur dem Italiener Reinhold Messner und dem Polen Jerzy Kukuchka gelungen. Im Aufstieg zum Gipfel lieferte sich Loretan ein Rennen mit dem Franzosen Benoit Chamoux, dem ebenfalls nur noch ein Achttausender «fehlte». Dabei verschwand Chamoux mit seinem Kameraden Pierre Royer.

SDA/pbe

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