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Bericht: Lokführer missachtete Haltesignal

Nun ist klar, wie es zum Zugunglück in der Waadt mit einem Todesopfer gekommen ist. Laut der Untersuchungsstelle Sust ist der Lokführer des aus Payerne kommenden RegioZugs trotz Rotlicht losgefahren.

Heftiger Aufprall: Die beiden Züge sind kurz vor dem Bahnhof Granges-près-Marnand frontal kollidiert. (29. Juli 2013)
Heftiger Aufprall: Die beiden Züge sind kurz vor dem Bahnhof Granges-près-Marnand frontal kollidiert. (29. Juli 2013)
Reuters
Spricht den Angehörigen des ums Leben gekommenen Lokführers sein Beileid aus: SBB-Chef Andreas Meyer bei der Pressekonferenz in Lausanne. (30. Juli 2013)
Spricht den Angehörigen des ums Leben gekommenen Lokführers sein Beileid aus: SBB-Chef Andreas Meyer bei der Pressekonferenz in Lausanne. (30. Juli 2013)
Jean-Christophe Bott, Keystone
Die Unfallursache ist bislang unklar. (29. Juli 2013)
Die Unfallursache ist bislang unklar. (29. Juli 2013)
Reuters
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Die schwere Zugkollision von Ende Juli bei Granges-près-Marnand VD ist auf menschliches Versagen zurückzuführen: Einer der beiden Lokführer hat ein Rotlicht überfahren. Die Sicherungsanlagen funktionierten normal. Dies zeigt ein Untersuchungsbericht, der heute veröffentlicht wurde. Damit bestätigen sich frühere Annahmen. Die SBB will sich Ende August äussern.

Die Zugkollision vom 29. Juli hatte ein Todesopfer und über 20 Verletzte gefordert. Der Unfall ereignete sich um 18.44 Uhr auf der Strecke Lausanne-Palézieux-Payerne VD. Wie die Auswertung der beiden Fahrdatenschreiber ergab, geschah der Unfall, weil der von Payerne in Richtung Moudon fahrende Regionalzug in Granges-près-Marnand abfuhr, obwohl das Gruppenausfahrsignal «Halt» anzeigte.

Dies zeigt ein Bericht der ersten Untersuchungen der Schweizerischen Unfalluntersuchungsstelle (Sust), der heute veröffentlicht wurde. Der Lokführer hat also ein Rotlicht missachtet und überfahren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der von Moudon in Richtung Payerne entgegenkommende RegioExpress seine Geschwindigkeit bereits auf 55 km/h reduziert und das Einfahrsignal A passiert. Die Sicht der beiden Lokführer war laut SUST-Bericht durch abgestellte Güterwagen auf der Innenseite der Kurve beeinträchtigt.

Schnellbremsung eingeleitet

Als die beiden Lokführer die unmittelbar bevorstehende Kollision erkannten, leiteten beide eine Schnellbremsung ein. Dadurch konnte das Unglück jedoch nicht mehr verhindert werden.

Der 54-jährige Lokführer, der das Rotlicht überfahren hatte, konnte sich mit einem Sprung vom Zug retten. Der Lokführer des anderen Zugs - ein 24-jähriger Franzose mit Wohnsitz in Payerne VD - wurde getötet. In den beiden Zügen befanden sich insgesamt 46 Passagiere. Mehr als 20 erlitten Verletzungen.

SBB will sich erst Ende August äussern

Die SBB nahm die ersten Erkenntnisse der SUST zur Kenntnis. Sie will die Fakten in die intern laufende Analyse mit einbeziehen. Gegen Ende August werde sich die SBB zu inhaltlichen Fragen äussern.

Die Konzernleitung der SBB habe im Übrigen bereits im Jahr 2011 beschlossen, nochmals 50 Millionen Franken zu investieren, um weitere 1700 Signale mit einer Geschwindigkeitsüberwachung auszurüsten und dadurch das Restrisiko nochmals erheblich zu reduzieren. Die Arbeiten dazu seien 2012 aufgenommen worden und würden nun schrittweise umgesetzt, teilte die SBB mit.

SDA/wid

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