Zum Hauptinhalt springen

Bewegender Abschied von Adeline M.

Rund 300 Personen haben der vor elf Tagen getöteten Sozialtherapeutin das letzte Geleit gegeben. Bereits am Morgen hatten ihre Arbeitskollegen der jungen Frau gedacht.

Gedenkanlass am Morgen vor der Strafanstalt : Spitalangestelte halten eine Schweigeminute für Adeline M. ab.

Rund 300 Personen haben an der Beerdigung für die getötete Genfer Sozialtherapeutin teilgenommen. Die Kirche in der Genfer Gemeinde Avusy war viel zu klein für die Trauergemeinde. Bänke und Lautsprecher waren vor der Kirche aufgestellt worden, damit alle dem Geschehen im Innern des Gebäudes beiwohnen konnten. Die Familie hatte im Vorfeld darum gebeten, dass keine Aufnahmen gemacht werden.

Die beste Freundin der jungen Frau, die vor elf Tagen auf dem Weg zur Reittherapie von einem Vergewaltiger getötet worden war, gedachte ihr mit bewegenden Worten. Auch andere Freunde der Verstorbenen sprachen vor der Versammlung. Der Kanton wurde unter anderen durch Regierungspräsident Charles Beer, Gesundheitsdirektor Pierre-François Unger und Sicherheitsdirektor Pierre Maudet vertreten.

Gedenkanlass am Morgen

Am Morgen hatten bereits über 100 Kolleginnen und Kollegen an einem Gedenkanlass der jungen Frau gedacht. Sie legten weisse Rosen auf eine Bank, liessen Ballone in die Luft steigen und hielten eine Schweigeminute ab. «Nichts wird sein wie zuvor», sagte Christian Antonietti, der Präsident der Gewerkschaft der Genfer Polizei und Gefängniswärter.

Sein Verband und die Gewerkschaft SIT hatten den Anlass organisiert, weil die Arbeitskolleginnen und -kollegen des Genfer Universitätsspital und des Gefängnisses Champ-Dollon dies gewünscht hatten. Antonietti ermutigte die Anwesenden, dem Hass nicht nachzugeben, sondern sich an die Menschlichkeit der jungen Frau zu erinnern. Es sei die Zeit des Trauerns, nicht der Wut.

Die junge Frau arbeitete als Sozialtherapeutin im Zentrum für Sozialtherapie La Pâquerette im Gefängnis von Champ-Dollon. Sie verschwand, als sie einen wegen zwei Vergewaltigungen verurteilten Mann zur Reittherapie begleitete. Einen Tag später wurde ihre Leiche in einem Wald in der Nähe von Genf aufgefunden. Der mutmassliche Täter flüchtete in Richtung Polen, wo er derzeit in Haft sitzt. Die Schweiz hat ein Auslieferungsersuchen gestellt.

Keystone/kpn

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch