Brandserie in Merenschwand: Schweizer in Untersuchungshaft

Im aargauischen Freiamt musste die Feuerwehr innerhalb einer Woche mehrmals ausrücken. Die Polizei verhaftete zehn Personen.

Am Sonntag brannte in Merenschwand ein Bauernhaus nieder. Bild: Kantonspolizei Aargau

Am Sonntag brannte in Merenschwand ein Bauernhaus nieder. Bild: Kantonspolizei Aargau

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Nach einer Serie von Bränden in Merenschwand im aargauischen Freiamt hat die Kantonspolizei Aargau für eine Person Untersuchungshaft beantragt. Am Freitag waren nachdem die Feuerwehr zu zwei Brandherden ausrücken musste, zehn Personen vorläufig festgenommen worden.

Die Feuerwehr musste am Freitagabend erneut zu zwei Brandherden in Merenschwand ausrücken. Betroffen war ein Einfamilienhaus an der Mühlemattstrasse, wie die Aargauer Kantonspolizei am Samstag mitteilte. Ein Brand wurde in der Garage festgestellt. Auf der Rückseite des Einfamilienhauses gab es im Kellerraum ebenfalls einen Brand. Aus dem Dach des Hauses war Rauch aufgestiegen.

Die beiden Brandherde konnten relativ schnell gelöscht und so ein Vollbrand verhindert werden. Der angerichtete Sachschaden ist gemäss Polizeiangaben vergleichsweise gering. Die Umstände wiesen klar auf vorsätzliche Brandstiftung hin.

Zehn Festnahmen

Am Samstag bestätigte die Polizei einen Bericht der «Aargauer Zeitung», wonach in der Folge zehn Personen vorläufig festgenommen worden seien. Am Sonntagnachmittag teilte die Polizei mit, dass nach intensiven und aufwändigen Ermittlungen durch eine Sonderkommission neun Personen freigelassen worden seien.

Ein 37-jähriger Schweizer aus der Region bleibe vorläufig in Haft. Die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten werde für ihn beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragen.

Die Polizei betont in ihrer Mitteilung, dass sie weiterhin eine hohe Präsenz im Raum Merenschwand markiere und die Ermittlungen auf Hochtouren liefen. Der Sachschaden bei den Bränden gehe in die Hunderttausende. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden.

Brandserie

Innerhalb einer Woche war es in Merenschwand bereits zu drei weiteren Bränden gekommen. Am vergangenen Sonntagmorgen zerstörten Flammen ein ehemaliges Bauernhaus mitsamt einer angrenzenden Holzscheune. Die Bewohner des Hauses hatten das Gebäude rechtzeitig verlassen können.

Am Montagabend musste die Feuerwehr abermals zu zwei Bränden ausrücken. Eine Sitzbank auf dem Kirchplatz und ein ehemaliger Stall brannten. In beiden Fällen rückte die Feuerwehr rasch aus und konnte die Feuer löschen.

Die Serie mit bislang acht Bränden begann im vergangenen Sommer. Mitte August konnte ein Grossbrand in einer Kistenfabrik knapp verhindert werden. Einen Tag später stand eine Thuja-Hecke bei einem Einfamilienhaus in Flammen. In der gleichen Nacht brannte die Waldhütte komplett ab.

Zwei Festnahmen im August

Die Kantonspolizei nahm zwei Tage danach einen 22-jährigen Mann und eine 17-jährige Frau fest. Beide gaben zu, die Brände gelegt zu haben.

Der Schweizer kam Anfang November aus der Untersuchungshaft. Nach den erneuten Bränden am vergangenen Montagabend wurde er zur Überprüfung vorläufig festgenommen.

Nach einem Tag war er wieder auf freiem Fuss. Gemäss Aargauer Staatsanwaltschaft gab es keine Hinweise, dass er mit den aktuellen Bränden etwas zu tun hatte. Für die 17-Jährige ist die Jugendanwaltschaft des Kantons Luzern zuständig.

(sep/sda)

Erstellt: 07.12.2019, 12:40 Uhr

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