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Podolski zum Flüchtling gemacht – «Breitbart» entschuldigt sich

Die rechtspopulistische Website hat eine Story über Flüchtlingsschmuggel veröffentlicht – mit einem Foto von Lukas Podolski. Mittlerweile wurde es ausgewechselt.

Angebliche Schlepperszene: Lukas Podolski beim Jet-Ski-Fahren in Brasilien.
Angebliche Schlepperszene: Lukas Podolski beim Jet-Ski-Fahren in Brasilien.
AFP

Das rechtspopulistische Nachrichtenportal «Breitbart» hat sich bei Lukas Podolski entschuldigt, nachdem es einen Artikel über Flüchtlingsschmuggel mit dem Fussball-Weltmeister bebildert hatte. Das Bild wurde mittlerweile ausgetauscht, nachdem viele Leserkommentare und Medienberichte auf den Fehler aufmerksam gemacht hatten.

Breitbart bezog sich auf eine Meldung der Nachrichtenagentur AFP, wonach die Spanische Polizei ein Jet-Ski-Schleppernetzwerk zerschlagen hat. Auf dem dazu verwendeten Foto ist Lukas Podolski auf einem Jetski zu sehen. Das Bild ist drei Jahre alt. Die deutsche Nationalmannschaft war für die Vorbereitungen für die WM 2014 in Brasilien und gönnte sich einen Tag Auszeit – unter anderem beim Jet-Ski-Fahren.

Mit rechtlichen Schritte gedroht

Podolskis Anwalt hat gegenüber der «Welt» angekündigt, gegen die Verwendung des Fotos vorzugehen. Darauf hat «Breitbart» reagiert und unter dem Artikel folgenden Hinweis platziert: «Das Foto sollte als Symbolbild einer Person auf einem Jetski dienen», erklärte der britische Ableger der Seite von Stephen Bannon, dem ehemaligen Berater von US-Präsident Donald Trump. Dafür wolle man sich bei dem 32-Jährigen entschuldigen. «Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Podolski Mitglied einer Schleusergang ist oder dass er selbst geschmuggelt wird. Wir wünschen ihm alles Gute für seinen kürzlich bekannt gegebenen internationalen Ruhestand.»

Der letzte Satz beweist, dass «Breitbart» beim Thema Lukas Podolski nicht sattelfest ist, resümiert «die Welt». So hat der 32-Jährige zwar seine Nationalmannschaftskarriere beendet, spielt aktuell aber noch in der japanischen J-League bei Vissel Kobe.

Drei Schlepper festgenommen

Fakt ist, dass die spanische Polizei tatsächlich ein Netzwerk von Schleppern zerschlagen hat, welches Flüchtlinge von Marokko aus mit Jet-Skis nach Spanien gebracht hat. Es seien insgesamt drei Schlepper festgenommen worden, zwei weitere hätten die Flucht ergriffen und würden nun mit internationalem Haftbefehl gesucht, teilte die Polizei mit.

Die Schlepper hätten «beinahe täglich» Flüchtlinge von Marokko nach Spanien gebracht, hiess es. Es seien jeweils zwei Flüchtlinge für 5000 Euro pro Person auf einem Jet-Ski über die Strasse von Gibraltar transportiert worden. Für den 18 Kilometer langen Seeweg benötigten die Schlepper demnach lediglich rund zehn Minuten.

Flüchtlingszahl wieder gestiegen

Die Zahl der in Spanien eintreffenden Flüchtlinge war zuletzt wieder gestiegen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen seit Jahresbeginn bis zum 11. August auf dem Seeweg 8385 Flüchtlinge nach Spanien. Die IOM schliesst nicht aus, dass in diesem Jahr in Spanien mehr Flüchtlinge über den Seeweg ankommen als in Griechenland. Deutlich höher sind die Zahlen aber nach wie vor in Italien.

In der Strasse von Gibraltar nutzen Schlepper vor allem kleine Boote, um sich der Überwachung durch Sicherheitskräfte und Küstenwache zu entziehen.

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