Breivik stellt sechs Forderungen

Der Massenmörder Anders Behring Breivik meldet sich erneut aus dem Gefängnis. Er bietet an, sich zu entschuldigen. Will jedoch ein Gegengeschäft.

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Anders Behring Breivik sieht sich als Retter Norwegens. Ein neuer Brief, den er an Journalisten verschickt hat, gibt erneut Einblick in die Wahnwelt des Massenmörders. Unterschrieben hat er mit Anders Behring Breivik, dem «Parteisekretär für die politische Partei Nordischer Staat, deren Etablierung norwegische Behörden seit 2013 verhindern».

Im Schriftstück bietet er an, sich bei den 77 Opfern zu entschuldigen. Dies aber nur, wenn die norwegische Regierung sechs Forderungen erfüllt, wie die «Welt» berichtet.

Rechtsextreme sollten ...
1. sich politisch organisieren,
2. an Wahlen teilnehmen,
3. frei arbeiten und studieren sowie
4. ... Kinder erziehen dürfen, ohne dass das Jugendamt eingreift;
5. eine Privatschule erhalten
6. und von den Behörden «anständig behandelt» werden.

Falls sich die Regierung auf den Vorschlag einlässt, verspricht Breivik zudem, sich künftig von allen politischen Aktivitäten fernzuhalten. Falls nicht, droht er für den August 2018 mit Demonstrationen in der Nähe des Parlaments – vorausgesetzt, er könne daran teilnehmen und das Briefverbot werde aufgehoben.

«Ein ganz kleiner Baustein»

Im Brief bezeichnet sich Breivik als «nur ein ganz kleiner Baustein in einem grossen Spiel». Die Medien könnten nicht verhindern, dass «eine Flutwelle von 40 Millionen Nationalsozialisten» in den nächsten zehn Jahren über sie hereinstürzen werde.

Breivik fantasiert: In «nur zwei Jahren» habe er ein Recht auf Ausgang und in fünf Jahren könne er die Entlassung auf Bewährung beantragen. Das stimmt gemäss «Welt» nicht. Zwar sehe das Gesetz solche Fristen vor, jedoch nicht im Fall Breivik. Es wird davon ausgegangen, dass er lebenslang hinter Gitter bleiben muss.

Breivik: Pakistan ist fortschrittlicher

Gemäss «Welt» erwähnt Breivik auch den NSU indirekt: «Nur Norwegen und Deutschland nutzen ihren gesamten Staatsapparat, um ihre Ethno-Nationalsozialisten zu unterdrücken, was erklärt, warum diese beiden Länder die meisten Terrorangriffe von Rechtsextremisten erlebt haben.»

Breivik hält Pakistan für fortschrittlicher als Deutschland oder Norwegen. Der Grund: Die Taliban würden dort in Politik und Gesellschaft integriert. Er geht davon aus, dass «Deutschland seine Politik innerhalb der nächsten zehn Jahre ändert». (woz)

Erstellt: 18.10.2016, 11:18 Uhr

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