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Brice Owana zu zwei Jahren bedingt verurteilt

Das Urteil gegen den ehemaligen Fussballspieler des FC St. Gallen wurde gesprochen: Der 23-jährige Brice Owana erhält zwei Jahre bedingt und muss seinem Vergewaltigungsopfer Genugtuung zahlen.

Seine Verteidiger plädieren auf Freispruch: Brice Owana. (Archivbild)
Seine Verteidiger plädieren auf Freispruch: Brice Owana. (Archivbild)
Keystone

Der 23-jährige ehemalige Fussballspieler des FC St. Gallen Brice Owona ist heute vom Kreisgericht St. Gallen der Vergewaltigung schuldig gesprochen worden. Das Gericht verurteilte den Kameruner zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen hatte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren beantragt. Der Verteidiger des Fussballspielers hatte einen Freispruch gefordert nach dem Grundsatz in dubio pro reo («im Zweifel für den Angeklagten»).

Der Fussballspieler muss seinem Opfer, einer heute 18-Jährigen mit afrikanischen Wurzeln aus Lausanne, eine Genugtuung von 10'000 Franken bezahlen. Die Verhandlung vor dem Kreisgericht St.Gallen fand am Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der Angeklagte bestritt die Tat. Er habe die junge Frau im Oktober 2011 nach dem Ausgang in ein von ihm reserviertes Hotelimmer in der Nähe von St. Gallen begleitet. Dort sei es zu einvernehmlichem Sex gekommen. Sofort nach dem Beischlaf habe er sich angezogen und sei nach Hause gefahren, wo er seine Freundin zurückerwartete.

Frau sagt Wahrheit

Das Gericht glaubte jedoch dem Opfer. Sie habe keinen Grund für falsche Anschuldigungen, sagte der Gerichtspräsident bei der Urteilseröffnung am Freitag. Zudem zeigten mehrere Indizien, dass die junge Frau die Wahrheit sage, zum Beispiel die Zeitspanne, die der Angeklagte im Hotel verbrachte.

Zwar habe die Frau die Situation, die zur Vergewaltigung führte, mitverantwortet, indem sie einverstanden war, mit dem Angeklagten im selben Bett zu schlafen. Sie habe seine Annäherungsversuche jedoch kategorisch abgelehnt, selbst als der Angeklagte sie auf Knien darum bat, mit ihm zu schlafen.

Der Angeklagte habe es von Anfang an darauf abgesehen, die junge Frau ins Bett zu bekommen, sagte der Richter bei der Urteilseröffnung am Freitag. Er habe ihr «Nein» nicht akzeptiert, sie bedroht, aufs Bett gedrückt und am Hals gepackt, sodass die Frau ihren Widerstand schliesslich aufgab.

Ohne Vertrag

Der Profi-Fussballer war am 28. November 2011 in seiner Wohnung festgenommen und für zehn Tage in Untersuchungshaft gesetzt worden. Wegen der Anklage wurde der Stürmer vom FC St. Gallen entlassen. Er stehe zur Zeit ohne Vertrag da, habe jedoch mehrere Angebote von Clubs in der Schweiz und in Europa, sagte der 23-Jährige vor Gericht.

Die Aufenthaltsbewilligung des Afrikaners wurde wegen des Prozesses verlängert. Da die Freiheitsstrafe bedingt ausgesprochen wurde, kommt der Kameruner nicht in Sicherheitshaft, wie dies die Staatsanwältin verlangt hatte. Der Verteidiger liess nach der Gerichtsverhandlung offen, ob der Fussballer das Urteil weiterzieht.

SDA/mrs

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