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Bub in Schulbus getötet – Schütze wollte zeigen, wie man Waffe lädt

Nach dem tödlichen Schuss in einem Schulbus in Hégenheim liegen erste Erkenntnisse vor. Der 13-Jährige hat laut Staatsanwalt den Zwölfjährigen nicht absichtlich erschossen.

Der Junge starb noch am Tatort: Die französische Polizei untersucht den Schulbus in der Nähe der Schule «Trois Frontieres» in Hegenheim, Elsass. (16. November 2015)
Der Junge starb noch am Tatort: Die französische Polizei untersucht den Schulbus in der Nähe der Schule «Trois Frontieres» in Hegenheim, Elsass. (16. November 2015)
Sebastien Bozon, AFP
In der Schule «Trois Frontieres» verhaftete die Polizei später einen Klassenkameraden. (16. November 2015)
In der Schule «Trois Frontieres» verhaftete die Polizei später einen Klassenkameraden. (16. November 2015)
Sebastien Bozon, AFP
Ob es sich beim tödlichen Schuss um ein Versehen oder Absicht handelte, war zunächst unklar. (16. November 2015)
Ob es sich beim tödlichen Schuss um ein Versehen oder Absicht handelte, war zunächst unklar. (16. November 2015)
Sebastien Bozon, AFP
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Der Schuss, der am Montag in einem Schulbus im elsässischen Hégenheim bei Basel einen 12-Jährigen tötete, war ein Unfall: Der zuständige Staatsanwalt geht nicht von Absicht aus, wie er am Mittwochabend in Mülhausen vor den Medien erklärte. Der 13-jährige Schütze habe die Handfeuerwaffe seinem Vater stibitzt.

Als der Schulbus kurz nach vier Uhr beim Collège des Trois Pays losfuhr, um 35 Kinder nach Hause zu bringen, fiel der Schuss. Im Bus habe es davor keine Rauferei oder Streit gegeben, sagte Staatsanwalt Dominique Alzéari, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Es sei von einem tragischen Unfall auszugehen.

Pistole in der Tasche

Der mutmassliche Schütze habe seinem Sitznachbarn demonstriert, wie man die automatische 9-Millimeter-Waffe lädt und entlädt. Dabei löste sich ein Schuss und traf einen Mitschüler auf der anderen Busseite tödlich; dieser starb noch im Bus. Die sofort angerückten Behörden fanden die Pistole in der Tasche des 13-Jährigen.

Der Bub, der bei seiner Mutter lebt, hatte laut Staatsanwalt die Pistole zwei Wochen zuvor bei einem Besuch seinem Vater ohne dessen Wissen entwendet. Der Vater, Mitglied eines Schützenvereins, hatte insgesamt 168 Waffen und fast 200 Kilo Munition in seiner Sammlung. Bewilligungen hatte er für 141 davon, nicht jedoch für die Tatwaffe.

Haftbefehl für Schützen-Vater beantragt

Der Staatsanwalt hat nun für den 57-jährigen Vater einen Haftbefehl beantragt: Er wirft ihm - neben Verstössen gegen das Waffengesetz - Beihilfe zu schwerer fahrlässiger Tötung vor, weil er dem Sohn beigebracht habe, wie man eine Schusswaffe bedient.

Der 13-Jährige selber, der am Montag sofort in Polizeigewahrsam genommen worden war, soll sich wegen schwerer fahrlässiger Tötung verantworten. Angesichts seines jugendlichen Alters müsse er im Wesentlichen mit erzieherischen sowie Schutzmassnahmen als rechnen.

Hégenheim mit rund 3300 Einwohnern gehört zum Gemeindeverbund Trois Frontières. Das Sundgauer Dorf liegt rund anderthalb Kilometer vor Allschwil BL und gut zwei Kilometer vor Basel. Die deutsche Landesgrenze ist rund acht Kilometer Luftlinie entfernt.

SDA/woz

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