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Canyoning-Unfall: Guide verletzt sich im Saxetbach schwer

Im Saxetbach im Berner Oberland hat sich am Dienstag ein schwerer Canyoning-Unfall ereignet. Exakt auf den Tag genau vor elf Jahren hatte sich im Saxetbach ein Canyoning-Drama mit 21 Toten abgespielt.

Beliebt, aber gefährlich: Canyoning im Saxetbach (Archivbild).
Beliebt, aber gefährlich: Canyoning im Saxetbach (Archivbild).
Keystone

Der Alarm ging gegen 9.45 Uhr ein, wie Rega-Mediensprecher Christian Trottmann am Dienstag eine Meldung von Radio «Berner Oberland» auf Anfrage bestätigte. Mit einer Rettungswinde habe man den Notarzt und einen Rettungsspezialisten im Gelände abgesetzt.

Diese hätten sich sofort um den schwer verletzten Guide gekümmert und ihn verarztet. Wo genau im Bach der Unfall passierte, konnte Trottmann nicht sagen. Der Guide der Firma Outdoor Interlaken war mit einer Gruppe unterwegs. Die Mitglieder dieser Gruppe seien zu keiner Zeit in Gefahr gewesen, betonte Philippe Willi, Geschäftsleitungsmitglied von Outdoor Interlaken. Der Mitarbeiter sei bei einem Sprung, der nur Guides ausführten, auf einem Stein aufgeschlagen.

Mitglieder der Gruppe in Sicherheit

Die Mitglieder der Gruppe habe man zurück zur Basisstation gebracht. Ihnen gehe es gut, sagte Willi. Die Firma Outdoor Interlaken bietet verschiedene geführte Abenteuersport-Touren in der Region an, darunter Canyoning oder Riverrafting.

Bei der Berner Kantonspolizei hatte man ebenfalls Kenntnis von dem Unfall. «Von uns aus sind aktuell keine Massnahmen geplant», sagte Michael Fichter, Sprecher der Berner Kantonspolizei auf Anfrage. Weitere Angaben machte die Polizei nicht.

21 Tote vor elf Jahren

Exakt auf den Tag genau vor elf Jahren hatte sich im Saxetbach bereits ein Canyoning-Drama abgespielt. Damals kamen in einer Wasserwalze 21 junge Menschen ums Leben, die sich auf einer geführten Canyoning-Tour befunden hatten.

Der Saxetbach wird, wie andere Gewässer im Berner Oberland, von professionellen Anbietern für Canyoning-Touren genutzt. Interlaken gilt als Hochburg der Abenteuersportler. Nach dem Saxetbach-Drama von 1999 auferlegte sich die Abenteuersport-Branche gewisse Regeln und Qualitätskontrollen.

Bei einer anderen Abenteuer-Sportart, dem Riverrafting, ist bei Wilderswil Ende Juni ein Mann aus Saudiarabien tödlich verunglückt. Erst vor wenigen Tagen kam eine Pakistani auf einer Sommerrodelbahn bei Interlaken ums Leben.

Canyoning führt immer wieder zu Unfällen

  • Am 7. August 2001 wurden ein Vater und seine Tochter aus Luzern beim Canyoning im Wildbach Nara bei Osongna TI von den Wassermassen mitgerissen und ertranken, als ein Kraftwerk sein Staubecken entleerte. Sie hatten sich offenbar nicht eingehend bei dem Werk informiert.
  • Am 30. April 2003 starb ein 54-jähriger Niederländer im Onsernone- Tal im Tessin bei einem Canyoning-Unfall. Er war beim Abseilen abgestürzt.
  • Am 11. Juni 2004 verunfallte im Valle Malvaglia TI ein 33- jähriger deutscher Tourist beim Canyoning tödlich. Er war beim Abseilen von einer Brücke von den Wassermassen fortgerissen worden.
  • Am 24. August 2006 kam ein 48-jähriger Mann aus dem Kanton Neuenburg bei einem Canyoning-Unfall im Tessiner Maggiatal ums Leben.
  • Am 8. Juni 2008 verunfallte ein 36jähriger neuseeländischer Canyoning-Guide im Stampbach bei Sigriswil BE tödlich. Er war zusammen mit einem Kollegen in die Schlucht gestiegen und verschwand plötzlich.
  • Am 14. Juni 2008 mussten SAC und Rega zwei 15- und 18-jährige Brüder beim Canyoning in den Bergen bei Bellinzona retten.
  • Am 21. Mai 2009 blieben neun Belgier auf einer Canyoning-Tour im Maggia-Tal stecken und mussten von der Rega gerettet werden.
  • Der Unfall im Saxetbach hatte Behörden und Adventure-Unternehmen zu verschiedenen Sicherheits-Massnahmen bewogen. So gründeten Unternehmen eine Stiftung, die Veranstaltern Sicherheits-Zertifikate verleiht.

2007gab sich das Wallis als erster Schweizer Kanton ein Gesetz über so genannte Risikosportarten. Auf eidgenössischer Ebene folgte in der vergangenen Sommersession der Ständerat dem Nationalrat und trat auf einen Gesetzesentwurf für Risikosportarten ein.

SDA/sgl

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