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Chinesischer Eisbrecher steckt nach Rettung selbst fest

Endlich auf dem Weg in wärmere Gefilde – so schien es den geretteten Passagieren der Akademik Shokalskiy. Aber dann kam alles doch wieder ganz anders.

Musste sich durch meterdickes Eis rackern: Der chinesische Schneedrachen. (7. Januar 2014)
Musste sich durch meterdickes Eis rackern: Der chinesische Schneedrachen. (7. Januar 2014)
Keystone
Befindet sich in Sydney und soll den Chinesen und Russen zu Hilfe eilen: Die Polar Star. (Archivaufnahme)
Befindet sich in Sydney und soll den Chinesen und Russen zu Hilfe eilen: Die Polar Star. (Archivaufnahme)
US-Küstenwache, Reuters
Auch Pinguine begegnen den Forschern auf der Expedition.
Auch Pinguine begegnen den Forschern auf der Expedition.
Blog Intrepid Science von Chris Turney
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Neue Probleme für die geretteten Passagiere der in der Antarktis festgefrorenen Akademik Shokalskiy: Der australische Eisbrecher Aurora Australis, der die 52 Wissenschaftler und Touristen nach Tasmanien bringen soll, musste seine Fahrt stoppen. Denn das an der Rettungsaktion beteiligte chinesische Schiff Snow Dragon droht, im Packeis stecken zu bleiben. Zur Sicherheit soll die Aurora vorerst in der Nähe bleiben, wie die australische Seefahrtbehörde Amsa mitteilte.

Zuvor hatte der Eisbrecher mit den geretteten Passagieren Kurs aufs offene Meer genommen. Die Menschen waren am Donnerstag nach zehn Tagen im Eis per Hubschrauber von ihrem festgefrorenen Forschungsschiff geholt und zur wartenden Aurora gebracht worden.

Sieben Stunden lang hin und her geflogen

Der Helikopter gehört zur Snow Dragon. Deren Besatzung meldete, ihr Schiff drohe am Rande des Packeises ebenfalls festzufrieren. Daraufhin blieb die Aurora Australis etwa elf Kilometer nördlich der Snow Dragon liegen und wartete, ob dem chinesischen Schiff bis Samstag die Fahrt durch das Eis aus eigener Kraft gelingen würde, wie Amsa-Sprecherin Lisa Martin sagte. Es handele sich um eine Vorsichtsmassnahme.

Auf der Akademik Shokalskiy hatten Passagiere und Besatzung seit Heiligabend festgesessen. Der Helikopter war sieben Stunden lang hin und her geflogen, um sie aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Nach Aussagen des Piloten war das Manöver riskant. Er habe keine Ahnung gehabt, ob das Eis wirklich den Hubschrauber tragen würde, sagte er der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

Forscher warten, bis Eis aufbricht

Mehrere Versuche, das Schiff zu erreichen, waren über die Feiertage und den Jahreswechsel gescheitert. Schneetreiben, starker Wind und zu dickes Eis zwangen die drei beteiligten Eisbrecher zum Umkehren. Die aus Sydney stammende Joanne Sim, eine der zahlenden Passagiere an Bord des Forschungsschiffs, brach beim Betreten des australischen Eisbrechers in Tränen aus. «Es war wirklich ein emotionales Auf und Ab», sagte sie einem Reporter des «Sydney Morning Herald».

Nach der Rettung der Passagiere harren die 22 Besatzungsmitglieder weiter an Bord des russischen Forschungsschiffs rund 2700 Kilometer südlich von Tasmanien aus. Sie warten, bis das Eis um sie aufbricht, was mehrere Wochen dauern kann, wie Asma-Spezialist John Young sagte. Der «Guardian»-Journalist Alok Jha, der auf der Akademik Shokalskiy mitgefahren war, sprach von einem emotionalen Abschied. «Das arme Ding sitzt immer noch fest.»

Die Expedition hatte Neuseeland am 28. November verlassen. Die Wissenschaftler wollten die Antarktis-Reise des australischen Forschers Douglas Mawson von 1911 bis 1913 nachvollziehen. Die Rettungskosten müssen nach internationalem Seerecht die Eigner der Schiffe und deren Versicherer tragen.

AP/kpn/bru

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