Clinton-Vertraute verlässt ihren sexsüchtigen Mann

Huma Abedin gab Anthony Weiner schon einmal eine zweite Chance. Im Wahlkampf konnte er darauf nicht mehr hoffen.

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Huma Abedin gab den Entscheid zur Trennung von Anthony Weiner «nach einer langen und schmerzhaften Beurteilung meiner Ehe» am Montag bekannt. «Anthony und ich wollen nur das Beste für unseren Sohn, der das Licht unseres Lebens ist.»

Doch die Trennung ist nicht nur persönlich begründet, sie war politisch zwingend geworden. Nachdem die «New York Post» am Sonntag sexuell explizite Fotos und Twitter-Mitteilungen von Weiner an eine unbekannte Frau publiziert hatte, machten Clinton-Verbündete Druck. Abedin ist die engste Vertraute der demokratischen Kandidatin und Vizechefin ihres Wahlkampfs; Hillary Clinton hatte sie schon bei früheren Sex-Eskapaden von Weiner beraten und sie unterstützt.

Der Deckname half nichts

Der frühere demokratische Abgeordnete Weiner war 2011 zum Rücktritt gezwungen worden, als bekannt wurde, dass er Fotos von sich in Unterwäsche und teils in sichtbar erregtem Zustand wahllos via Twitter an Frauen verschickt hatte. Clinton und Abedin sprachen damals ausführlich über das Sexting-Problem von Weiner.

Sexuell explizite Fotos und Twitter-Mitteilungen eine unbekannte Frau tauchten auf: Anthony Weiner.

Der Mann versprach Besserung und bestand darauf, nicht sexsüchtig zu sein. Doch zeigte sich im Wahlkampf ums Amt des New Yorker Bürgermeisters von 2013, dass er unter dem Decknamen Carlos Danger erneut mit mindestens drei Frauen sexuell explizite Fotos und Mitteilungen ausgetauscht hatte. Clinton riet ­Abedin, ihrem Mann eine zweite Chance zu geben.

Die jüngste Eskapade geht nach Angaben der «New York Post» auf Anfang 2015 zurück und dauerte bis vor wenigen Wochen an. Die vom Boulevardblatt publizierten Fotos zeigen die knapp bekleidete Frau in verführerischen Selfie-Posen. Weiner schickte ihr Fotos von sich in Unterhosen und erregtem Zustand. Auf einem Foto ist der vierjährige Sohn neben ihm im Bett zu erkennen.

Trump gratuliert Abedin

«Jemand ist gerade in mein Bett geklettert», twittert Weiner dazu. «Echt?», wundert sich die Frau, die eine Anhängerin von Donald Trump und Mitglied der National Rifle Association sein soll.

Die «New York Post» gehört zum Medienimperium von Rupert Murdoch und steht im Wahlkampf klar auf der Seite von Donald Trump. Der teilte sofort mit, Huma Abedin habe «einen sehr weisen Entscheid» getroffen. Er kenne Weiner persönlich sehr gut, sie stehe ohne ihn besser da. Und fügt an, er mache sich Sorgen um die Zukunft des Landes, nachdem Hillary Clinton «Weiner derart nahe an geheime Informationen» herangelassen habe: «Wer weiss, was er weiss und wem er es erzählt?»

Angst vor Enthüllungen muss man bei Anthony Weiner offensichtlich immer haben.

Erstellt: 29.08.2016, 22:06 Uhr

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