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«Das äst nicht lostig»

Ein Plakat sorgte in einem bayerischen Dorf für Aufruhr. Die Polizei ermittelt gegen einen Unbekannten, der Plakate einer deutschen Satirezeitschrift aufgehängt hat.

Sorgte für Aufruhr: Titelbild der aktuellen «Titanic».
Sorgte für Aufruhr: Titelbild der aktuellen «Titanic».

Obwohl Google zum Begriff «Hitler» als Erstes «Hitler Witze» vorschlägt, hat es der Humor in Deutschland beim Thema Nazis schwer.

Das erfuhr nun auch ein bayerisches Dorf, in dem Unbekannte ein satirisches Bild von Adolf Hitler aufhängten. Es handelte sich hierbei um das Titelbild der aktuellen «Titanic», einer deutschen Satirezeitschrift. «Der Verfassungsschutz bittet um Mithilfe», titelt das Magazin unter dem Foto von Adolf Hitler. «Wer kennt diesen Mann»?

Die Polizei ermittelt

Die Zeitschrift nahm damit Bezug auf den aktuellen Skandal um die Neonazi-Morde in Deutschland und die Rolle des Verfassungsschutzes, der die Terroristen lange unbehelligt liess. Die lokale Kriminalpolizei ermittelt nun gegen unbekannt wegen Verwendens von «Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen», das berichtet der «Spiegel».

Dabei hat der Basler Dani Levy doch mit «Mein Führer» bereits dazu beigetragen, dass Lachen über «Gröfaz» gesellschaftsfähig wurde. Als Pionier diesbezüglich darf jedoch Walter Moers bezeichnet werden, der Meister der Geschmacklosigkeit. In «Adolf» karikierte Comiczeichner Moers («Das kleine Arschloch») bereits 1998 den «Föhrer».

Die Erkenntnis, dass Terror von rechts viel präsenter ist als zuvor angenommen, rückte das Nazitum von der Groteske wieder in ein ernsteres Licht. So lässt sich wohl das schnelle Vorgehen der bayerischen Polizei erklären. Oder wie würde Moers' Hitler dazu sagen: «Das äst nicht lostig!»

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