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Das Feuer überraschte die Passagiere im Schlaf

Bei einem Brand in einem Schlafwagen sind in Südindien mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Die Passagiere hatten keine Chance. Ursache des Feuers könnte ein Kurzschluss gewesen sein.

Der Zug hatte kurz vor dem Brand den Bahnhof von Nellore, rund 500 Kilometer südlich von Hyderabad verlassen: Die Aufnahme aus dem Fernsehen zeigt Rettungskräfte und Polizisten vor dem rauchenden Waggon. (30. Juli 2012)
Der Zug hatte kurz vor dem Brand den Bahnhof von Nellore, rund 500 Kilometer südlich von Hyderabad verlassen: Die Aufnahme aus dem Fernsehen zeigt Rettungskräfte und Polizisten vor dem rauchenden Waggon. (30. Juli 2012)
AFP

Drama im Süden Indiens: Der Schlafwagen habe Feuer gefangen, kurz nachdem der Zug den Bahnhof von Nellore, rund 500 Kilometer südlich von Hyderabad, passiert habe, sagte ein Behördensprecher. Die Passagiere hätten geschlafen und nicht genug Zeit gehabt, um zu flüchten. Durch den Rauch seien viele bewusstlos geworden und verbrannt.

«Bislang wurden 32 Leichen geborgen, 26 Verletzte wurden ins Spital gebracht - einige in kritischem Zustand», sagte der Behördensprecher aus Nellore im Bundesstaat Andhra Pradesh weiter. Nach seinen Angaben befanden sich in dem ausgebrannten Wagen noch weitere Tote. Zum Zeitpunkt des Unglücks gegen 4.30 Uhr Ortszeit seien über 70 Menschen im Wagen gewesen.

Nur ein Ausgang war frei

Wegen der glühenden Hitze im Inneren des Unglückswagens drangen die Bergungskräfte aber nur unter grossen Schwierigkeiten zu ihnen vor. Unter anderem versuchten sie, sich mit Schneidbrennern Zugang ins Innere zu verschaffen. Viele Menschen seien in dem Zug eingeschlossen gewesen, als sich die Flammen durch das Abteil frassen, erklärte ein Überlebender. «Ich hatte Glück, dass ich rausgekommen bin, aber viele Passagiere konnten nicht fliehen, weil zwei Türen klemmten und das Feuer sich schnell ausbreitete», sagte der Augenzeuge der Nachrichtenagentur IANS.

Fernsehbilder zeigten den verkohlten, rauchenden Wagen am Montag inmitten von Rettungskräften, Überlebenden und Schaulustigen; seine Fenster sind vergittert. Unter schockierten Schreien von Angehörigen bargen die Retter eine Leiche nach der anderen aus dem Inneren und legten sie nebeneinander entlang der Schienen ab. Andere Überlebende sassen wie betäubt neben ihren Koffern.

Ausgelöst wurde der Brand vermutlich durch einen Kurzschluss in der Nähe der Toiletten. «Das Feuer breitete sich rasch aus und blockierte die Tür an einem Ende des Wagens, es gab somit nur noch einen Ausgang», berichtete Bezirkschef B. Sreedhar dem Nachrichtensender NDTV.

Veraltetes Bahnsystem

Ministerpräsident Manmohan Singh sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Regierung kündigte Entschädigungszahlungen von 500'000 Rupien (8800 Franken) für die Familien der Opfer an.

In Indien kommt es immer wieder zu Zugunfällen mit vielen Toten. Laut Behördenstatistik starben allein im Jahr 2009 mehr als 25'700 Menschen. Eben erst im Mai wurden bei verschiedenen Unglücken rund 30 Menschen getötet - bei einem Unfall war im Staat Andhra Pradesh ein Reisezug mit einen Frachtzug kollidiert.

Im Gegensatz zu seinem Luftverkehrsnetz ist Indiens Bahnsystem völlig veraltet, Schienen und Züge stammen oftmals noch aus der britischen Kolonialzeit. Im vergangenen März versuchte der damalige Verkehrsminister Dinesh Trivedi vergeblich, die Sicherheit der Bahn zu verbessern und dies mit Preiserhöhungen bei den Tickets zu finanzieren.

SDA/mw

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