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Das ist Obamas Geburtsurkunde

Kritiker behaupteten, der US-Präsident sei gar nicht in den USA, sondern in Kenia geboren. Nun geht Obama in die Offensive und legt amtliche Dokumente vor – wohl auch aus wahltaktischen Gründen.

US-Präsident Barack Obama hat angesichts der anhaltenden Zweifel an seinem Geburtsort die Langfassung seiner Geburtsurkunde offengelegt. Obama will damit die Diskussion um die Rechtmässigkeit seiner Präsidentschaft beenden. Zuletzt hatte der mögliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump eine Veröffentlichung gefordert und angezweifelt, dass Obama tatsächlich auf amerikanischem Boden geboren ist - eine verfassungsmässige Voraussetzung für jeden US-Präsidenten.

«Wir haben keine Zeit für solchen Unsinn», sagte der Präsident, kurz nachdem das Weisse Haus die Urkunde am Mittwoch veröffentlicht hatte, in einer landesweit ausgestrahlten Ansprache. Obama verwies auf grosse Entscheidungen zum US-Haushalt, die anstünden. Die Lösung der Probleme sei in Zusammenarbeit zwischen den beiden grossen Parteien möglich, würde aber nicht funktionieren, wenn man abgelenkt sei, sagte Obama. Es sei nötig, jetzt wieder wichtige Themen anzugehen. Kritiker werfen dem Präsidenten vor, die Angelegenheit durch seine persönliche Aufmerksamkeit selbst hochgespielt zu haben.

Beraterin reiste nach Hawaii

Aus der Urkunde geht hervor, dass der Präsident als Sohn einer Amerikanerin und eines Kenianers auf Hawaii geboren wurde. Obama hatte bereits vor seiner Wahl 2008 eine standardmässige Kurzfassung der Geburtsurkunde veröffentlicht. Angesichts der anhaltenden Fragen hatte er schliesslich aber auch Kopien der detaillierten Version auf Hawaii angefordert. Seine persönliche Beraterin, Judith Corley, war eigens dorthin gereist, um die Dokumente abzuholen.

Obama nannte Donald Trump nicht beim Namen, aber Mitarbeiter des Weissen Hauses bestätigten, dass er der Grund sei, dass der Präsident jetzt diesen ungewöhnlichen Schritt unternommen habe. Durch Trump sei das bisherige Randthema ins Zentrum des Interesses gerückt. Obama kritisierte auch die Medien, die es hochgespielt hätten.

Ablenkung von wichtigen Problemen

In einer ersten Reaktion zeigte sich Trump stolz, dass er Obama zur Veröffentlichung der Urkunde gebracht hatte. «Er hätte das schon vor langer Zeit machen sollen», sagte Trump. «Ich fühle mich geehrt, eine so grosse Rolle darin gespielt zu haben, dass das Thema hoffentlich, hoffentlich aus der Welt geschafft wird.»

Während sich viele Republikaner von der Debatte distanziert hatten, hielten einige Gegner des demokratischen Präsidenten - die sogenannten «birthers» - die Diskussion teilweise seit Jahren am Laufen.

Der Vorsitzende des Republikanischen Nationalkomitees, Reince Priebus, bezeichnete das Thema als Ablenkung von wichtigeren Problemen. Er warf Obama vor, eine Kampagne zu betreiben, indem er die Angelegenheit überhaupt aufgreife. Er solle sich stattdessen auf die Wirtschaft des Landes konzentrieren.

dapd/kpn/miw

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