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Dem Bein folgten fünf Leichen

Die Polizei hat in einem Erdloch in Nantes fünf Leichen entdeckt. Dabei soll es sich um eine Mutter und ihre vier Kinder handeln, die seit Anfang April verschwunden waren. Vom Vater fehlt weiterhin jede Spur.

Eine ganze Familie verschwindet: Vater Xavier Dupont de Ligonnès, Mutter Agnès und die Kinder Arthur, Thomas, Anne und Benoit (v.l.).
Eine ganze Familie verschwindet: Vater Xavier Dupont de Ligonnès, Mutter Agnès und die Kinder Arthur, Thomas, Anne und Benoit (v.l.).
AFP

Die Beamten fanden zunächst Teile eines Beins auf einer Terrasse. Die Leichen wurden dann in einem frisch ausgehobenen Grab unter der Veranda im Garten der Familie gefunden. Auch die Kadaver von zwei Hunden befanden sich in dem Erdloch. In den Körpern der Toten seien Projektile entdeckt worden, sagte Staatsanwalt Xavier Ronsin. Die genaue Todesursache werde bei einer Autopsie ermittelt. Die Polizei gehe davon aus, dass die Familie entführt und getötet wurde, sagte Ronsin.

Die Familie aus Nantes mit vier Kindern im Alter zwischen 13 und 21 Jahren wird seit Anfang April vermisst. Die Eltern hatten die beiden jüngeren Kinder von der Schule abgemeldet, da die Familie wegen «einer dringenden Versetzung» nach Australien auswandern wolle. Die Abmeldung sei vor etwa zehn Tagen mit der Post eingegangen, zusammen mit einem Scheck über das restliche Schulgeld bis zu den Ferien, erinnerte sich Schuldirektor Olivier Bouissou.

Vater angeblicher Geheimagent

Der Vater soll vor Bekannten behauptet haben, er sei Geheimagent und werde im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes untertauchen. Offiziell hatte der 50-Jährige ein kleines Anzeigenunternehmen, seine 49-jährige Frau war eine engagierte Katholikin und gab Religionsunterricht.

«Das waren keine Leute, die auf sich aufmerksam machten», sagte ein Immobilienmakler, der in der Nähe des grauen einstöckigen Wohnhauses der Familie in Nantes sein Büro hat. Die Besitzerin eines benachbarten Cafés berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass das Auto der Mutter, ein schwarzer Golf, seit anderthalb Wochen auf seinem Platz stand.

Spuren von Gewalt fanden die Ermittler in dem Haus, das an einer Hauptstrasse in Nantes liegt, nicht; die Schränke waren ausgeräumt und die Fensterläden geschlossen. Auf dem Briefkasten klebte ein Zettel mit der Aufschrift «Post an den Absender zurück. Danke».

SDA/kpn

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