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Der abgestürzte F/A-18-Pilot galt als besonderes Talent

Der 38-jährige Stefan J. kam am Mittwoch beim Luftwaffen-Unfall bei Alpnachstad ums Leben. 2012 nahm er einen Journalisten auf einen Trainingsflug mit – und sprach mit ihm über Ängste und Gefahren.

Der «Südostschweiz»-Journalist Dario Morandi berichtet am 24. Oktober 2013 über die F/A-18 Tragödie.
Der «Südostschweiz»-Journalist Dario Morandi berichtet am 24. Oktober 2013 über die F/A-18 Tragödie.
Screenshot Südostschweiz
Talentierter Pilot: Der am Mittwoch verunglückte Stefan J. im Cockpit einer F/A-18.
Talentierter Pilot: Der am Mittwoch verunglückte Stefan J. im Cockpit einer F/A-18.
Die Südostschweiz
Stürzte ebenfalls mit der F/A-18 bei Alpnachstad ab: Der Fliegerarzt Volker L. aus dem süddeutschen Villingen.
Stürzte ebenfalls mit der F/A-18 bei Alpnachstad ab: Der Fliegerarzt Volker L. aus dem süddeutschen Villingen.
Jochen Hahne
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Einen Tag nach dem Absturz eines F/A-18-Kampfjets der Schweizer Armee bei Alpnachstad wurden die beiden getöteten Insassen geborgen: Der Pilot sowie ein Arzt des Fliegerärztlichen Instituts der Luftwaffe. Beim verunglückten Piloten handelt es sich um den 38-jährigen Bündner Stefan J., welcher der Fliegerstaffel 11 angehörte. Diese war bis 2009 im zürcherischen Dübendorf stationiert und wurde darauf nach Meiringen im Berner Oberland verlegt. Dario Morandi, Redaktor der «Südostschweiz», kannte den Piloten und Familienvater aus dem bündnerischen Maienfeld persönlich. Laut einem heutigen Bericht, der auch in der «Aargauer Zeitung» erschien, trafen sich die beiden erstmals vor knapp drei Jahren. Als der Journalist im Mai 2012 auf einem F/A-18-Trainingsflug mitflog, sprach Stefan J. über Gefahren und Ängste bei seiner Arbeit: «Bei uns fliegt stets ein Restrisiko mit», so der Militärpilot. Gefährliche Situationen müsse man aber wegstecken und gleichzeitig aus Fehlern lernen.

Morandi erlebte Stefan J. als «bescheidenen» Mann, der sich nicht für etwas Besonderes hielt – obschon er in Pilotenkreisen als besonderes Talent galt, wie ein Vertrauter weiss. Er habe einen Job wie andere auch, so der Pilot beim damaligen Treffen. Doch beim Briefing vor dem Flug wurde Morandi bewusst, welch «knallharter Profi» Stefan J. war. Nichts habe dieser dem Zufall überlassen. Dass der Job bei der Luftwaffe seine Berufung war, wurde Stefan J. spätestens dann bewusst, als er während eines Jahres als Linienpilot für die Swiss flog. Er sagte damals: «In einem Passagierflugzeug überwachst du bloss ein paar Instrumente, und du fliegst eine programmierte Strecke ab», so der Pilot zur «Südostschweiz».

Der Verunfallte absolvierte während einiger Jahre auch Formationsflüge für die PC-7-Kunstflugstaffel, wie die NZZ berichtet. Deren Pilatus-Trainingsflugzeuge treten im In- und Ausland an Flugshows auf, unter anderem am Züri-Fäscht.

Der Arzt, der die Piloten prüfte

Beim zweiten Absturzopfer handelt es sich um den 54-jährigen Deutschen Volker L. aus dem badischen Villingen. Der Fliegerarzt sass während des Unglücksflugs auf dem Rücksitz der F/A-18, um sich ein Bild der hohen Anforderungen an Militärpiloten zu machen. Laut dem Luftwaffensprecher Jürg Nussbaum muss der Arzt ab und zu selber mitfliegen, um seinen Job gut machen zu können. Ein Vertrauter von Volker L. weiss: «Er freute sich sehr auf den Flug vom Mittwoch», so der Vertraute gegenüber Redaktion Tamedia.

2011 nahm Volker L. am Fliegerärztlichen Institut in Dübendorf seine Tätigkeit auf, wie der «Blick» heute berichtet. Dort prüfte er als stellvertretender Leiter Flugmedizin Militärpiloten auf Herz und Nieren. Er hatte Medizin bei der deutschen Bundeswehr studiert und später auch eine Ausbildung zum Helikopterpiloten gemacht. Auch war er bei Einsätzen im Irak, in Kurdistan und in Somalia dabei, und später erforschte er am Ausbildungszentrum der deutschen Luftwaffe im US-Bundesstaat New Mexico die starken Belastungen, unter denen Kampfpiloten arbeiten. Volker L. galt als leidenschaftlicher Arzt und Pilot und wurde in seinem Umfeld als sehr kompetenter, humorvoller und direkter Mensch empfunden.

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