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Der Eyjafjallajökull kommt nicht zur Ruhe

So schlimm die Folgen sind, so spektakulär ist der Vulkanausbruch in Island. Ein Fotograf vor Ort hat Redaktion Tamedia eindrückliche Bilder zugeschickt.

Der Vulkan am Eyjafjalla-Gletscher in Island ist unverändert aktiv. Wie das Meteorologische Institut in Reykjavik am Sonntagmorgen mitteilte, stösst er wie seit Mitte der Woche riesige Mengen Rauch und Asche in die Atmosphäre.

Der Wind in höheren Lagen treibt die Vulkanwolke weiter auf den europäischen Kontinent in südliche Richtung zu. Im Vulkangebiet selbst fallen grosse Mengen Asche nieder. Auch die Messungen seismischer Aktivitäten im südisländischen Gebiet um den Eyjafjalla- Gletscher ergaben keine Anzeichen für eine Beruhigung.

Sicht beim Vulkan ist besser

Nach Angaben des Geologen Magnus Tumi Gudmundsson von der Universität von Island rund 8,5 Kilometer weit in die Höhe. Der Wind habe die Sicht am Vulkan verbessert, so dass sich Wissenschaftler am Samstag erstmals aus der Luft ein Bild von der aktuellen Lage machen könnten.

Wenn festgestellt werden könne, wie viel Eis geschmolzen sei, könnten bessere Prognosen darüber erstellt werden, wie lange der Ausbruch anhalten werde, sagte Gudmundsson. So lange noch ausreichend Eis vorhanden sei, könnten sich weitere Aschewolken bilden. Der Flugverkehr würde damit noch längere Zeit behindert.

«Leider scheint kein Ende in Sicht»

Da sich der Vulkan unter Gletschereis befindet, wird das heisse Magma aus dem Erdinneren extrem schnell abgekühlt. Die Mischung aus Magma und Wasser löst Explosionen und die Aschewolken aus, die Flugzeugen gefährlich werden können. «Die Aktivität war in der Nacht auf Samstag ziemlich heftig, was die Rauchsäule hat anwachsen lassen», sagte Gudmundsson. «Leider scheint kein Ende in Sicht.»

Die Aschewolke hängt im Moment wie eine gespreizte Zange über Skandinavien und Mitteleuropa. Die Frage ist, wie lange die Wolke Europa im Griff hat. Der Ausbruch des Gletscher-Vulkans schien gegen Samstagabend abzuflauen, könnte aber noch über Tage und sogar Monate andauern.

Sehr kleine Gesteinsteilchen und Gas

Die gewaltige Wolke aus Vulkanasche besteht vor allem aus sehr kleinen Gesteinsteilchen und Gas. Die Teilchen wurden beim Ausbruch des Eyjafjallajökull geschmolzen, in der Luft kühlten sie sich wieder ab und erstarrten. Die Partikel, auch Aerosole genannt, sind nur wenige Mikrometer gross. Bei einem Vulkanausbruch wird zudem Gas ausgeschleudert, in der Aschewolke über Europa dürften sich Kohlendioxid, Schwefeldioxid und möglicherweise Methan befinden. Auch Wasser dürfte dabei sein.

sda/ddp/vin

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