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Der Jahrhunderträuber schweigt eisern

Der Franzose Toni Musulin ist im Herbst mit einem Geldtransporter durchgebrannt. Jetzt steht er vor Gericht – doch ein Teil der Beute bleibt verschwunden.

Toni Musulin scheint der Rummel um seine Person ein Graus. Als der massige Franzose den Gerichtssaal in Lyon betritt, versteckt er sich hinter seinen Anwälten, um nicht fotografiert zu werden. Er sei «kein Robin Hood», wie er oft beschrieben werde, sagt er. Er sei ganz «normal». Doch Frankreichs Medien sprechen weiter von einem «Jahrhundertdiebstahl», nachdem der 39-Jährige Geldtransportfahrer im vergangenen November mit 11,6 Millionen Euro durchgebrannt war. Nach elf Tagen Flucht stellte er sich. Doch von 2,5 Millionen Euro aus der Beute fehlt bis heute jede Spur.

In seiner Haft hat Musulin eisern über den Verbleib der fehlenden Beute geschwiegen. Die Ermittler vermuten, dass er darauf spekuliert, ein paar Jahre Gefängnis abzusitzen, um sich dann mit seinen versteckten Millionen ein schönes Leben zu machen. Im Internet wurde Musulin von einer Fan-Gemeinde für seinen gewaltlosen Coup als Held gefeiert. Findige Geschäftsleute bedruckten T-Shirts mit seinem Konterfei. Im Gefängnis bekam Musulin reihenweise Heiratsanträge.

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