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Der Lokführer telefonierte beim Unfall

Bei Santiago de Compostela starben am Mittwoch 79 Menschen, als ein Zug in einer Kurve entgleiste. Ein Gericht hat nun Daten aus der Blackbox veröffentlicht – auch zur Geschwindigkeit des Zuges.

Blätterte offenbar auch in einem Plan: Der Lokführer Jose Garzon Amo wird aus dem Gerichtsgebäude gebracht. (28. Juli 2013)
Blätterte offenbar auch in einem Plan: Der Lokführer Jose Garzon Amo wird aus dem Gerichtsgebäude gebracht. (28. Juli 2013)
Keystone
Wird ins Gericht gefahren: Zugführer José Garzón Amo. (28. Juli 2013)
Wird ins Gericht gefahren: Zugführer José Garzón Amo. (28. Juli 2013)
AFP
Der Zug war von Madrid nach Ferrol unterwegs: Der Unglücksort bei Santiago de Compostela. (24. Juli 2013)
Der Zug war von Madrid nach Ferrol unterwegs: Der Unglücksort bei Santiago de Compostela. (24. Juli 2013)
EPA/Oscar Corral
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Der Lokführer des entgleisten Zuges in Spanien hat nach Gerichtsangaben zur Zeit des Unglücks telefoniert und offenbar einen Plan konsultiert. Die Auswertung der Blackbox deute darauf hin, dass der 52-jährige Lokführer mit einem Angestellten der Bahngesellschaft, womöglich einem Kontrolleur, telefonierte, erklärte das Gericht. Zugleich habe er offenbar einen Plan oder ein anderes Dokument gelesen.

Bei dem Unglück bei Santiago de Compostela waren am Mittwochabend 79 Menschen ums Leben gekommen. Der Zug sei kurz vor der Unglücksstelle mit einer Geschwindigkeit von 192 Stundenkilometern gefahren und nach Auslösung der Bremse wenige Sekunden vor dem Unglück noch immer 153 Stundenkilometer schnell gewesen, als er entgleiste, erklärte das Gericht.

Für die Kurve galt 80 km/h

Nach dem Unglück wenige Kilometer vor dem Bahnhof der Pilgerstadt hatte sich der Verdacht rasch auf den Lokführer Francisco José Garzón Amo konzentriert. So war vermutet worden, dass der Zug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in die Kurve einfuhr, wo er entgleiste.

An der Unglücksstelle galt eine Geschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. Offenbar bremste der Lokführer aber den Zug nicht rechtzeitig ab. Auf der geraden Strecke davor war Tempo 220 erlaubt. Die Zeitung «El Mundo» schrieb, es sei «erstaunlich», dass es dem Fahrer selbst überlassen bleibe, wann genau er den Zug abbremst, um die Kurve zu schaffen. Der 52-Jährige wurde nach einer Vernehmung am Sonntagabend unter Auflagen freigelassen, doch wurde gegen ihn ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung in 79 Fällen eingeleitet.

AFP/kpn

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