Zum Hauptinhalt springen

Der Prozess, der nicht enden will

Eine unerträgliche Geschichte, Teil 3: Wie der Täter mit allen Mitteln versuchte, die beiden Frauen wieder zu Opfern zu machen und wie sie am Prozess beinahe zugrunde gingen.

Michèle Binswanger
Versteckte sich beschämt: Nach den Übergriffen konnte Yvonne ihrer Familie nicht gleich unter die Augen treten.
Versteckte sich beschämt: Nach den Übergriffen konnte Yvonne ihrer Familie nicht gleich unter die Augen treten.
Keystone

Während der Prozess in die zweite Runde geht, arbeitet Yvonne* Vollzeit. Sie hat einen neuen Job in einer neuen Stadt, die ihr gefällt. Morgens um sechs aufstehen, mit Tram oder Auto zur Arbeit, bis spät in die Nacht im Büro. Dazwischen gibt es Einvernahmen, Gegenüberstellungen, Aussagen. Es werden bohrende Fragen gestellt: «Wann genau, an welchem Datum hat er Sie angefasst? Wie genau? Letztes Mal haben Sie gesagt, Sie erinnern sich nicht.» Emily steht unter Psychopharmaka und Beruhigungsmitteln, oft bringt sie die Ereignisse durcheinander. Manchmal erscheint sie gar nicht vor Gericht. Yvonne gibt immer wieder Antwort auf dieselben Fragen: «Warum haben Sie sich nicht gewehrt? Warum sind Sie wieder da hingegangen? Warum haben Ihre Eltern nichts gemerkt?»

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.

Abo abschliessen