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Der zweite Versuch

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko haben Experten begonnen, das Ölleck mit Hilfe einer Mini-Stahlkuppel abzudichten.

Öl so weit das Auge reicht: Selbst die Fischerboote sind im Einsatz gegen den sich ausbreitenden Ölteppich.
Öl so weit das Auge reicht: Selbst die Fischerboote sind im Einsatz gegen den sich ausbreitenden Ölteppich.
Reuters
An der Unfallstelle: Die Plattform «Development Driller III» soll mit einem zusätzlichen Bohrloch den Öldruck entlasten.
An der Unfallstelle: Die Plattform «Development Driller III» soll mit einem zusätzlichen Bohrloch den Öldruck entlasten.
Keystone
Der Hoffnungsträger wird im Meer versenkt.
Der Hoffnungsträger wird im Meer versenkt.
Reuters
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Im Golf von Mexiko ist am späten Dienstagabend (Ortszeit) ein zweiter Versuch angelaufen, ein Bohrloch in 1.500 Metern Tiefe mit einer Stahlbetonglocke abzudichten. Experten wollen damit verhindern, dass sich die Ölpest an der Südküste der USA weiterhin unkontrolliert verschärft. In Washington forderte der Kongress, dass der Ölkonzern BP und andere beteiligte Unternehmen die Verantwortung für eine «Kaskade von Fehlern» übernehmen, die zum Untergang der Förderplattform «Deepwater Horizon» führten.

BP, der Plattform-Besitzer Transocean und der technische Dienstleistungskonzern Halliburton hatten sich gegenseitig die Schuld an der Katastrophe zugeschoben. BP-America-Chef Lamar McKay sagte aber zu, alle «legitimen» Ansprüche auf Schadenersatz zu begleichen. Die Schäden durch die Ölpest könnten sich auf mehrere Milliarden Dollar belaufen.

Gesetzesentwurf sieht Vetorecht gegen Bohrungen vor

Als Reaktion auf die Ölpest planen zwei US-Senatoren eine Gesetzesinitiative, die den Einzelstaaten ein Vetorecht gegen Bohrungen vor der Küste geben würde. Das geht aus einem Entwurf hervor, der am Mittwoch vorgestellt werden sollte und vorab der Nachrichtenagentur AP bekannt wurde.

Darin fordern der demokratische Senator John Kerry und sein unabhängiger Kollege Joe Lieberman, dass US-Staaten zum einen ein Vetorecht bekommen, falls Bohrungen in Nachbarstaaten möglicherweise negative Auswirkungen auch auf sie haben könnten. Zum anderen sollen Staaten das Recht bekommen, Bohrungen bis zu 120 Kilometer vor ihrer eigenen Küste abzulehnen. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung sieht der Gesetzentwurf vor, Einzelstaaten an den Einnahmen des Bundes aus der Ölförderung zu beteiligen.

Besondere Schwierigkeiten

Der Ausgang des nun angelaufenen Rettungsversuchs ist ungewiss: Die Experten haben wegen der Tiefe des Meeresgrundes mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Ein erster Versuch war am Wochenende gescheitert. Drei Wochen nach der Explosion auf der Bohrinsel sind bereits mindestens 15 Millionen Liter Rohöl ausgelaufen.

ddp/afp/jak

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