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Deutsche Flughäfen im Chaos

Über 50'000 Passagiere stecken wegen des Warnstreiks der Verdi-Gewerkschaft in Hamburg und Stuttgart fest. Verdi-Vertreter Bremme spricht von einer «grandiosen» Streikbeteiligung.

Wartezeiten von mehreren Stunden: Passagiere vor der Anzeigetafel im Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg. (9. Februar 2015)
Wartezeiten von mehreren Stunden: Passagiere vor der Anzeigetafel im Flughafen Fuhlsbüttel in Hamburg. (9. Februar 2015)
Fabian Bimmer, Reuters

Warnstreiks des Sicherheitspersonals haben die Flughäfen in Hamburg und Stuttgart nahezu lahmgelegt. Zehntausende Passagiere mussten ihre Flüge umbuchen oder nahmen stundenlange Wartezeiten in Kauf.

In Hamburg sperrten vorübergehend Polizisten die Eingänge ab, weil das Gebäude wegen des Rückstaus vor den Passagierkontrollen überfüllt war. «Wir hatten noch nie die Situation, dass wir Gebäude schliessen mussten. Das ist das erste Mal in der 103-jährigen Geschichte des Flughafens», sagte Airport-Sprecherin Stefanie Harder.

Auch am Nachmittag mussten Reisende noch vier bis fünf Stunden lang warten – es gab «lange, lange Schlangen». Etwa 40'000 Passagiere waren dem Flughafen zufolge von dem Ausstand betroffen. Von drei Sicherheitschecks konnte nur noch einer offen gehalten werden. Über 150 der 400 An- und Abflüge wurden gestrichen, zahlreiche Passagiere mussten sich einen alternativen Reiseweg suchen:

Am Flughafen Stuttgart wurden 32 Starts und Landungen abgesagt. Ursprünglich standen 241 Verbindungen im Plan. Nach Angaben einer Sprecherin waren bis zu 12'000 Passagiere von den Einschränkungen betroffen.

Am dritten Warnstreik-Standort in Hannover hatte der Streik nach Angaben eines Flughafensprechers so gut wie keine Auswirkungen. Dort demonstrierten Dutzende Mitarbeiter mit Trillerpfeifen, Fahnen und Transparenten.

Ringen um höhere Löhne

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) warf der Gewerkschaft Verdi vor, erneut unschuldige Passagiere zu schädigen. Bei der Swiss hiess es auf Anfrage, ihr Flugbetrieb sei nicht betroffen, alles sei normal verlaufen.

Grund für die Warnstreiks sind festgefahrene Tarifverhandlungen um mehr Lohn. Verdi fordert je nach Bundesland und Beschäftigtengruppe 0,70 bis 2,50 Euro höhere Stundenlöhne. Aus Sicht der Gewerkschaft leisten «die Beschäftigten der Personen-, Fracht- und Warenkontrolle an den Flughäfen jeden Tag eine anstrengende und verantwortungsvolle Arbeit», die besser entlohnt werden müsse:

Die Fluggesellschaft Germanwings verlangte «klare Spielregeln für den Ablauf von Arbeitskämpfen». Streiks schadeten dem Luftverkehrsstandort, der sich in einer kritischen Wettbewerbssituation befinde. Die Flughafenbetreiber bezeichneten die Warnstreiks ebenfalls als ungerechtfertigt.

Verdi-Vertreter Peter Bremme sprach in Hamburg allerdings von einem «notwendigen Paukenschlag» und einer «grandiosen Streikbeteiligung». Der Druck sei notwendig, wenn die Verhandlungen vor der Ferienzeit im März beendet werden sollen.

SDA/pst

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