Abfangjäger bringen Flug nach Zürich zur Landung in Stuttgart

Nachdem der Kontakt zu einem Passagierflugzeug aus Seoul abgebrochen ist, haben aufsteigende Kampfjets im Raum Stuttgart für Aufregung gesorgt.

Aufnahmen zeigen die eskortierte Boeing der Korean Air über Stuttgart. (Video: Tamedia/ntv)
Video: Sigi Tischler/Keystone

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Probleme beim Funkkontakt zu zwei Passagierflugzeugen haben am Wochenende Alarmstarts von Abfangjägern der deutschen Luftwaffe ausgelöst. Betroffen war auch eine Maschine, die nach Zürich unterwegs war. Am Freitagabend war zunächst der Kontakt zu einem ägyptischen Flugzeug aus dem Badeort Hurghada, wo Tags zuvor ein Angreifer zwei deutsche Touristinnen getötet hatte, zeitweise unterbrochen, weshalb Kampfflugzeuge aufsteigen. Am Samstag geleiteten dann zwei Düsenjäger eine Passagiermaschine aus Südkorea zum Flughafen Stuttgart.

Zwei Kampfjets haben ein Flugzeug auf dem Weg nach Zürich abgefangen. Ihr Überschallknall hat die Stuttgarter aufgeschreckt. Ein Eurofighter Typhoon der deutschen Luftwaffe startet in Emmen LU. (Archivbild)

Im Fall der ägyptischen Maschine, die von Hurghada nach Münster (D) unterwegs war, mussten die Abfangjäger nicht eingreifen, wie die Deutsche Flugsicherung mitteilte. Bis die Kampfjets das Flugzeug erreicht hatten, sei bereits wieder ein Funkkontakt zustandegekommen, sagte ein Sprecher. Das Flugzeug sei dann sicher in Münster gelandet. Als eine mögliche Ursache des Kontaktausfalls wurde genannt, dass der Pilot eine falsche Funkfrequenz eingestellt haben könnte.

Überschallknall verängstigt Bürger

Mit der Boeing 777 aus der koreanischen Hauptstadt Seoul war dagegen für längere Zeit kein Funkkontakt möglich. Die deutschen Jetpiloten nahmen daher nach Polizeiangaben Sichtkontakt zu dem Flugzeug auf und eskortierten es zum Flughafen Stuttgart. Wie sich dort herausstellte, war das Funkgerät der Boeing defekt. Die 211 Passagiere mit dem Reiseziel Zürich mussten im Flughafen übernachten, bevor sie ihre Reise fortsetzen konnten.

Die beiden sogenannten Alarmrotten waren beim Aufsteigen so schnell unterwegs, dass sie die Schallmauer durchbrachen und mit den bis zu 100 Kilometer weit reichenden Knallgeräuschen unzählige Bürger aufgeschreckten. Bei der Polizei gingen deshalb aus der ganzen Region innerhalb von 30 Minuten etwa 250 Notrufe ein. Auf Twitter war von einem «Riesenknall» die Rede. Auch die Kampfjets am Himmel neben dem Passagierflieger lösten Ängste aus.

(oli/afp)

Erstellt: 16.07.2017, 08:24 Uhr

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