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Deutschlands berühmtester Porsche-Tuner wurde erschossen

Neun Monate lang galt Uwe Gemballa als vermisst. Jetzt wurde seine Leiche in Südafrika entdeckt. Indizien weisen darauf hin, dass er hingerichtet wurde.

Ein Anruf bei seiner Frau, in dem er eine Million Dollar verlangte, war sein letztes Lebenszeichen: Porsche-Veredler Uwe Gemballa.
Ein Anruf bei seiner Frau, in dem er eine Million Dollar verlangte, war sein letztes Lebenszeichen: Porsche-Veredler Uwe Gemballa.
Reuters

Uwe Gemballas Leiche wurde mit einer Kugel im Kopf, mit auf dem Rücken gefesselten Händen und in einen Plastiksack gewickelt in Südafrika entdeckt, wie der «Stern» berichtet. Bevor die südafrikanische Polizei den Leichnam entdeckt hatte, seien zwei Personen festgenommen worden, die sich zur Zusammenarbeit mit der Polizei bereit erklärt hätten. Die Umstände zum Tod von Gemballa sind bislang noch unklar. Sicher ist, dass der Geschäftsmann am 8. Februar 2010 nach Südafrika eingereist war und seither als vermisst galt.

Gemballa ist der Gründer einer Firma, die sich auf die Veredelung von Luxusautos wie Porsche und Ferrari spezialisiert hatte. Nach Südafrika sei er gereist, um sich mit vermeintlichen neuen Geschäftspartnern zu treffen. Kurz nach seiner Ankunft erreichte seine Ehefrau aber ein Anruf Gemballas, der sie auf Englisch aufforderte, ihm eine Million Dollar zu schicken. Danach gab es kein Lebenszeichen mehr vom 54-Jährigen.

Ins internationale organisierte Verbrechen involviert

Südafrikanische Medien gehen davon aus, dass Gemballa in das internationale organisierte Verbrechen involviert gewesen sei. Eine gewisse Rolle soll der tschechische Unterweltboss Radovan Krejcir spielen, der seit Jahren in Südafrika lebt und gegen seine Abschiebung nach Prag kämpft. Gemballa und Krejcir sollen seit Ende der 90er Jahre in Kontakt gestanden haben. Gemballa habe den Export von Fahrzeugen dazu genutzt, Devisen in Länder wie Südafrika zu schmuggeln. Hier habe er vor allem mit Krejcir zusammengearbeitet. Dies bezeugte zumindest ein ehemaliger Geschäftspartner von Krejcir gegenüber der südafrikanischen Polizei.

Ein Streit habe die beiden Geschäftspartner schliesslich entzweit. Krejcir habe im September vergangenen Jahres von Gemballa einen Porsche Cayenne mit Schwarzgeld erwartet, der zwar angekommen sei, allerdings ohne Geld.

Mord aus Rache?

Aus Rache soll Gemballa anschliessend mit einem vermeintlichen Geschäft von einem Komplizen Krejcirs nach Südafrika gelockt worden sein. Aufnahmen der Überwachungskameras des Flughafens in Johannesburg zeigen, wie Uwe Gemballa von einem hellhäutigen Mann mit Hut abgeholt wurde. Laut der südafrikanischen Polizei habe dieser Mann im Auftrag von Krejcir Gemballa dazu bringen wollen, die fehlende Million zu liefern. Als aus Deutschland kein Geld eintraf, wurde Gemballa erschossen.

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