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Die botanische Sensation im Zeitraffer

Eine blühende Titanwurz-Pflanze hat an den Oster-Feiertagen rund 25'000 Besucher in den Botanischen Garten Basel gelockt. Redaktion Tamedia präsentiert das seltene Ereignis im Zeitraffer.

Seltenes Ereignis: Titanwurz blüht. Zeitraffer vom 29. März (23.5 cm) bis 22. April (193 cm). (Fotos: Bot. Garten Uni Basel, Keystone. Bearbeitung: jd)

Wetter und Datum seien perfekt gewesen, sagte Heinz Schneider vom Botanischen Garten Basel am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ein solches Ereignis erlebe ein Botaniker nur einmal im Leben. Der Aufwand sei aber gross gewesen; rund 55 Personen waren im Einsatz.

Die Kosten für die Organisation bezifferte Schneider auf 150'000 Franken. Der Überschuss aus den Einnahmen komme dem Verein Botanischer Garten zugute, der später kostenlose Veranstaltungen durchführen werde.

Kurze Blühdauer

Die Titanwurz-Pflanze, in der Fachsprache Amorphophallus titanum genannt, öffnete ihre dunkelrote Blüte am Karfreitagabend. Daraufhin konnten Besucher während der ganzen Nacht die knapp zwei Meter hohe Blume mit dem markanten gelben Kolben besichtigen. Die Blüte verbreitete nur in den ersten Stunden nach dem Öffnen einen starken Aas- und Fischgeruch.

Ab Samstagmorgen war die Pflanze praktisch geruchfrei. Bereits am Sonntag faltete sich das dunkelrote Hüllblatt ein, und am Montag umschloss es wieder den gelben Kolben. Damit war die Pflanze wieder geschlossen, weshalb der Botanische Garten auch den Eintrittspreis von 10 auf 5 Franken senkte.

Der Andrang war ab Freitagabend gross. Rund 500 Besucher konnten pro Stunde durch das Gewächshaus geschleust werden. Es gab Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Über 101'000 Personen klickten am Freitag und am Samstag die Internetseite des Botanischen Garten an, um sich über den Blühverlauf zu informieren.

Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit

Die Aussergewöhnlichkeit des blühenden Titanwurz zeigt sich daran, dass bis Anfang 2011 nur 134 Blühereignisse in allen Botanischen Gärten der Welt registriert wurden. In der Schweiz blühte letztmals am 7. November 1936 ein Exemplar in Bern.

Die Basler Titanwurz-Pflanze stammt von einer Mutterpflanze, die 1994 in Frankfurt geblüht hatte. Sie kam 2009 nach Basel. Die Knolle wog damals acht Kilogramm. Bis zur ersten Blüte muss die Knolle im Boden 20 Kilogramm schwer sein. Erste Anzeichen, dass aus der Knolle eine Blüte wächst, zeigten sich in Basel Anfang März.

Heimisch ist die Titanwurz-Pflanze im tropischen Regenwald auf Sumatra. Die Pflanze benötigt dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperatur. Nachts darf sie nicht unter 23 Grad sinken. Tagsüber sollte sie bei 33 Grad liegen.

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