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Die frommsten Missen der Welt

Beim Miss-Muslimah-World-2013-Wettbewerb in Indonesien wird viel Wert auf Make-up gelegt. «Unsere Frauen sind fromm, smart und stylish», sagt die Organisatorin.

Züchtig sitzen die Teilnehmerinnen der Miss Muslimah World 2013 in einem Hotel in Jakarta in Indonesien bei einem Workshop über Make-up.
Züchtig sitzen die Teilnehmerinnen der Miss Muslimah World 2013 in einem Hotel in Jakarta in Indonesien bei einem Workshop über Make-up.
Mast Irham, Keystone
Eine Teilnehmerin lernt die Feinheiten des Schminkens. Wenn von den jungen Frauen ohnehin nur das Gesicht sichtbar ist, erhält das wohl besonders grosse Bedeutung.
Eine Teilnehmerin lernt die Feinheiten des Schminkens. Wenn von den jungen Frauen ohnehin nur das Gesicht sichtbar ist, erhält das wohl besonders grosse Bedeutung.
Mast Irham, Keystone
«Miss World ist ein Wettbewerb der Huren», schimpften diese frommen Muslime in Jakarta. Als Reaktion auf die Proteste wurde die Veranstaltung auf die Insel Bali verlegt.
«Miss World ist ein Wettbewerb der Huren», schimpften diese frommen Muslime in Jakarta. Als Reaktion auf die Proteste wurde die Veranstaltung auf die Insel Bali verlegt.
Bagus Indahono, Keystone
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Zum dritten Mal fand heute in Indonesien die Miss Muslimah World statt: ein Schönheitswettbewerb für züchtige muslimische Frauen aus aller Welt, eine Gegenveranstaltung zur unzüchtigen Miss-World-Ausscheidung, die demnächst auf der Insel Bali, ebenfalls in Indonesien, über die Bühne geht.

Organisiert wird die Kopftuchvariante der Misswahl von Eka Shanthi, einer ehemaligen TV-Sprecherin in Indonesien, die nach eigenen Angaben 2006 zum Rücktritt gezwungen wurde, als sie auch bei der Arbeit ein Kopftuch tragen wollte. Nun will sie der Welt zeigen, wie eine attraktive muslimische Frau sein soll.

Siegerin aus Nigeria

In einer live im indonesischen Fernsehen übertragenen Show ging Obabiyi Aisha Ajibola aus Nigeria als Siegerin hervor. Zuvor hatte sie offenbar für die Jury besonders überzeugende Antworten liefern können auf Fragen wie: «Wie sollen ihre Kinder werden, wenn sie dann bald einmal muslimische Kinder bekommen?» Tränenüberströmt zitierte Ajibola zum Dank für ihren Sieg einen Koranvers. Als Preis erhielt sie 2000 Franken – und dazu auch noch eine Pilgerreise nach Mekka.

«Unsere Frauen sind fromm, smart und stylish», sagt Shanthi. «Sie sind eine Antwort auf Leute, die den Islam nur mit Armut und Terrorismus gleichsetzen.» Die 20 Finalistinnen haben in den letzten Wochen in Jakarta, der Hauptstadt von Indonesien, ihre Frömmigkeit unter Beweis stellen müssen. An erster Stelle der Vorbereitung auf den Wettbewerb stand das Auswendiglernen von Koranversen, gepaart mit Vorträgen über «die Entwicklung humanitärer Intelligenz», über die Herausforderungen für den Islam, Frauen und deren Zukunft – und natürlich darüber, wie man «die beste Ehefrau und Mutter im Islam» sein kann.

«Aufrichtige Beziehung zu Gott»

Erst an zweiter Stelle kamen dann Workshops über Make-up und Modefotografie. Auch ihren Auftritt in der Öffentlichkeit sollten die Teilnehmerinnen lernen.

Evawani Efliza, eine Indonesierin, die in Kanada Psychologie studiert, erklärt ihre Teilnahme mit dem Wunsch, «eine aufrichtigere Beziehung zu Gott» zu entwickeln. «Ich habe gelernt, immer eine positive Einstellung zu haben», sagte sie, «und als eine muslimische Frau meinem Land und meiner Familie zu dienen.»

Bewerben mussten sich die Interessentinnen, die aus Indonesien, Nigeria, dem Iran, Malaysia und Brunei kommen, mit einem Internetvideo und einem Aufsatz über ihr Verhältnis zum Hijab, dem Kopftuch.

Fromme Muslime hatten in den letzten Wochen dagegen protestiert, dass der Miss-World-Wettbewerb in Jakarta stattfinden sollte. «Zur Hölle mit Miss World!», forderten sie auf Plakaten. Daraufhin hatten die Behörden die Bikinischau auf die Insel Bali verlegt.

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