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Die geteilte Schandtat

Journalist Vester Lee Flanagan bewarb seinen Doppelmord in grässlich-effektiver Manier.

Vester Lee Flanagans Doppelmord vom Mittwoch wird in die Mediengeschichte eingehen. Nicht, weil es sich um einen Mord unter Journalisten handelte – der entlassene Nachrichtenredaktor Flanagan, der sich vor der Kamera Bryce Williams nannte, erschoss im US-Staat Virginia mit Alison Parker und Adam Ward zwei ehemalige Kollegen eines lokalen TV-Senders. Sondern weil der 41-jährige Medienprofi seine Schandtat grässlich effektiv im Internet bewarb, ihre Wirkung so potenzierte und sich ein digitales Denkmal setzte.

Flanagan bediente sich erst der traditionellen Medien, indem er kurz vor der Tat ein Manifest verschickte und die Morde vor laufender Livekamera beging. Eine neue Eskalationsstufe war erreicht: Das Schulmassaker von Columbine 1999 etwa war noch zufällig von Überwachungskameras dokumentiert worden. Als Flanagan zum Mörder wurde, hielt er in der einen Hand die Pistole, in der andern das filmende Smartphone.

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