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«Die Korruption stinkt, die korrupte Gesellschaft stinkt»

Papst Franziskus besuchte Neapel, eine der Hochburgen der Camorra. Mit klaren Worten wandte er sich gegen die Mafia.

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Legt sich mit der Mafia an: Papst Frankziskus in Neapel. (21.03.2015)
Legt sich mit der Mafia an: Papst Frankziskus in Neapel. (21.03.2015)
Filippo Monteforte, AFP

Papst Franziskus ist am Samstag nach Neapel gereist. Damit begab sich der argentinische Pontifex erneut in einer Region Italiens, die im Würgegriff des organisierten Verbrechens steht. Der Heilige Vater landete mit dem Helikopter zunächst am Marienheiligtum nahe der antiken Ausgrabungsstätte von Pompeji. Dort verweilte er zunächst im Gebet.

Der Papst wurde von Tausenden von Pilgern und Gläubigen begrüsst, als er aus Rom eintraf, die Kirche in Pompeji war übervoll. Danach besuchte der Pontifex die Camorra-Hochburg Scampia im Norden der Stadt.

Vor den Hochhaussiedlungen des Vororts traf er mit der Bevölkerung sowie Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Gruppen zusammen und hielt eine Rede. Scampia gilt als sozialer Brennpunkt Neapels und als Hochburg der Camorra, des neapolitanischen Arms der Mafia.

«Die Korruption stinkt, die korrupte Gesellschaft stinkt», mahnte der Papst in seiner Ansprache. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren hat sich der Papst immer wieder in klaren Worten gegen Korruption und Mafia gewandt. Er forderte die Kirche und die Gläubigen auf, jede Nähe zu den Kriminellen zu vermeiden.

Freiluftmesse und Gefängnisbesuch

Auf der Piazza del Plebiscito im Stadtzentrum Neapels zelebrierte Franziskus eine Freiluftmesse mit 60'000 Gläubigen. Ein Altar wurde vor der Basilika auf dem Platz aufgerichtet. Die Gläubigen konnten auf Bildschirmen die Messe verfolgen.

Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden wegen des Papst-Besuches ergriffen. 3'000 Polizisten waren im Einsatz, Scharfschützen waren auf Dächern postiert.

Anschliessend besucht der Papst am Samstag das drastisch überbelegte Gefängnis Poggioreale. Hier wird er mit Gefangenen zu Mittag essen. Die 90 Häftlinge, die die Chance haben, den Papst zu treffen, wurden unter den 1'900 Häftlingen ausgelost.

Interesse für Italien

Dem Papst aus Südamerika scheint Italien mehr am Herzen zu liegen als seinen europäischen Vorgängern. Die italienischen Reiseziele offenbaren Franziskus' Vorliebe für die Randgebiete: Im Juli 2013 besuchte er Flüchtlinge auf der Mittelmeerinsel Lampedusa vor der tunesischen Küste, dann sprach er auf der von Arbeitslosigkeit geplagten Mittelmeerinsel Sardinien.

Mit der süditalienischen Region Kalabrien und der Provinzstadt Caserta nördlich von Neapel reiste er im Sommer 2014 in arme Regionen des Landes, die im Würgegriff des organisierten Verbrechens stehen. Im Juli 2014 besuchte er auch die von starker Abwanderung geprägte süditalienische Region Molise.

(SDA)

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