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«Die Kriseneinheit konnte keinerlei sinnvolle technische Hilfe geben»

Voruntersuchung zum Schiffbruch der Costa Concordia: Die Reederei des Kreuzfahrtschiffs sieht sich durch ein Gutachten entlastet.

Der Kapitän der verunglückten Costa Concordia, Francesco Schettino (r.), spricht mit einem nicht namentlich bekannten Schiffsoffizier vor dem zweiten Tag der Anhörungen in Grosseto. (16. Oktober 2012)
Der Kapitän der verunglückten Costa Concordia, Francesco Schettino (r.), spricht mit einem nicht namentlich bekannten Schiffsoffizier vor dem zweiten Tag der Anhörungen in Grosseto. (16. Oktober 2012)
Keystone
Francesco Schettino am zweiten Tag der Anhörung in der Voruntersuchung für das Schiffsunglück vor der Insel Giglio. (16. Oktober 2012)
Francesco Schettino am zweiten Tag der Anhörung in der Voruntersuchung für das Schiffsunglück vor der Insel Giglio. (16. Oktober 2012)
Keystone
Neun Monate sind seit dem Unglück vor der Küste Italiens vergangen: Schaulustige vor der Insel Giglio. (14. Oktober 2012)
Neun Monate sind seit dem Unglück vor der Küste Italiens vergangen: Schaulustige vor der Insel Giglio. (14. Oktober 2012)
Keystone
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Neun Monate nach der Havarie der Costa Concordia geht in Grosseto die Beweisaufnahme weiter. Die von der Ermittlungsrichterin eingesetzten Gutachter hätten den Costa-Krisenmanagern in einer Analyse bescheinigt, in der Unglücksnacht «praktisch alles getan zu haben, was ihnen möglich war». Dies sagte der Anwalt der Genueser Reederei Costa Crociere, Marco De Luca, heute in Grosseto.

Das Kreuzfahrtschiff sei am 13. Januar so extrem schnell voll Wasser gelaufen und gekentert, «dass die Kriseneinheit dem Schiff keinerlei sinnvolle technische Hilfe geben konnte», sagte der Anwalt während einer Pause der nichtöffentlichen Anhörung. De Luca hob hervor, dass das 290 Meter lange Schiff mit mehr als 4000 Menschen an Bord anschliessend in kurzer Zeit von der Besatzung evakuiert worden sei.

Kapitän nimmt teil

An der Sitzung nahm wie schon am Vortag auch der Unglückskapitän Francesco Schettino teil. Schettino und die Reederei schoben sich in der Vergangenheit wiederholt gegenseitig die Verantwortung zu. Mit der mehrtägigen Anhörung wird nun der Prozess zum Unglück vorbereitet.

Die Costa Concordia war Mitte Januar zu nahe an die toskanische Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gestreift und war gekentert. Beim Unglück kamen 30 Menschen ums Leben, zwei gelten immer noch als vermisst.

Mit einem Prozess gegen Schettino und andere führende Mitglieder der Besatzung und der Reederei Costa Crociere ist frühestens 2013 zu rechnen. Dem Kapitän werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie sowie Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.

Bergung des Wracks verzögert sich

Bei der Bergung des verunglückten Kreuzfahrtschiffs wird es voraussichtlich zu einer zweimonatigen Verspätung gegenüber den ursprünglichen Bergungsplänen kommen. Dies meldete Silvio Bartolotti, Geschäftsführer des italienischen Unternehmens Micoperi, das mit der Bergungsarbeit beauftragt wurde.

Diese Verspätung sei unter anderem auf die schwierigen Wetterbedingungen der vergangenen Wochen zurückzuführen. «Das Wrack wird bestimmt innerhalb des nächsten Frühjahrs weggebracht», versicherte Bartolotti in einem TV-Interview.

SDA/rub

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